ZEW-Stimmungsindikator für die Servicebranche

Krise erreicht die IT-Dienstleister

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Der Stimmungsindikator des ZEW für die IT-Dienstleister in Deutschland ist erstmals seit seiner Einführung unter die Grenze von 50 Punkten gefallen.

Der Stimmungsindikator für die IT-Dienstleister in Deutschland, der so genannte ZEW-IDI, ist im ersten Quartal dieses Jahres um 14,2 Punkte auf 39,9 Punkte gefallen. Damit unterschreitet der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) vierteljährlich durch Umfragen ermittelte Wert erstmals seit seiner Einführung vor fünf Jahren die wichtige Grenze von 50 Punkten. Konkret bedeutet dies eine Verschlechterung der konjunkturellen Stimmung im Vergleich zum Vorquartal. Bereits im dritten Quartal hatte der Indikator einen historischen Tiefstand erreicht. Auch das monatlich ermittelte Stimmungsbarometer des Ifo-Instituts fiel im März zum dritten Mal in Folge.

Der ZEW-IDI setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Der Teilindikator für die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage ist gegenüber dem vierten Quartal 2008 um 21,5 Punkte auf 34,8 Punkte gesunken. Der Teilindikator, der die Bewertung der Geschäftserwartungen für das zweite Quartal widerspiegelt, ging um 6,4 Punkte auf 45,7 Punkte zurück. Dies deutet darauf hin, dass die IT-Dienstleister für das zweite Quartal mit einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation rechnen.

In Bereich Software und IT-Dienstleistungen hat sich die Umsatz- und Ertragsituation im ersten Quartal im Vergleich zum Vorquartal deutlich verschlechtert. Mehr als die Hälfte der Unternehmen berichten von einem Rückgang. Zudem war der Anteil der Anbieter, die mit einer sinkenden Nachfrage im zweiten Quartal rechnen, um 15,5 Punkte höher als der der Unternehmen, die eine steigende Nachfrage erwarten. Auch bei den IT- und TK-Händlern hat sich die Umsatz-, Ertrags- und Nachfragelage im ersten Quartal 2009 verschlechtert. Und mehr als die Hälfte erwarten für das zweite Quartal einen weiteren Abwärtstrend. (sp)