Auch innerhalb von Unternehmen

Krise drückt Karrierechancen

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
Seit die Zahl der offenen Stellen abnimmt, sind nicht nur für Jobsuchende magere Zeiten angebrochen. Auch innerhalb der Unternehmen wird die Konkurrenz um bessere Jobs härter, klagen Mitarbeiter.

Wo werden Sie in zwei Jahren stehen? Diese Frage beantwortet mittlerweile jeder zweite Mitarbeiter mit einem Kopfschütteln. Die Leuphana Universität Lüneburg und die Personalberatung Hanseatisches Personalkontor haben in ihrer Frühjahrstudie mehr als 220 Fach- und Führungskräfte zu ihren beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten befragt. Ihre Karriereperspektiven beurteilen die Befragten vor allem deshalb pessimistisch, weil die Konkurrenz innerhalb des Unternehmens härter geworden sei.

Der berufliche Aufstieg ist derzeit eine mühsame Angelegenheit. Foto: Walter Luger/ Fotolia
Der berufliche Aufstieg ist derzeit eine mühsame Angelegenheit. Foto: Walter Luger/ Fotolia
Foto: Walter Luger/Fotolia.com

Laut Studie fühlt sich jeder zweite der hochqualifizierten Arbeitnehmer nicht mehr "adäquat beschäftigt", vor einem Jahr waren es zwölf Prozent weniger. Die Folge: Er ist hinsichtlich seiner Entwicklungsmöglichkeiten enttäuscht, erfüllt zwar seine Pflichten, ist aber gegenüber der Unternehmensleitung distanziert und lehnt ein überdurchschnittliches Engagement ab. Experten sprechen in einem solchen Fall von innerer Kündigung.

Albert Martin, Direktor des Instituts für Mittelstandsforschung an der Universität Lüneburg, macht die angespannte Situation am Arbeitsmarkt für die Entwicklung verantwortlich: "Heute haben die Betroffenen weniger Möglichkeiten, ihre Karriereenttäuschung durch einen Jobwechsel zu beenden." Das belegt ein zweites Ergebnis der Studie: Über 70 Prozent der Befragten, die derzeit aktiv eine Stelle suchen, sagen, dass es zum einen nur wenige offene Positionen gebe, zum anderen die Konkurrenz der Bewerber groß sei.

Hohe Bereitschaft zum Jobwechsel

Trotzdem ist die Bereitschaft zum Jobwechsel nach wie vor hoch, so die Autoren der Studie: 57,5 Prozent der befragten Mitarbeiter wollen sich binnen der nächsten zwei Jahre nach einem neuen Job umschauen, da sie ihre derzeitige Arbeitsbeziehung als unfair empfinden.

Doch wann beurteilen Mitarbeiter ihr Arbeitsverhältnis als unfair? Wir haben für Sie eine Galerie der ungeschriebenen Versprechen zwischen Chef und Mitarbeiter zusammengestellt. Diese sollten besser nicht gebrochen werden, sonst sind Enttäuschung und Frust groß.

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