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KPN will Geschäft durch Zukäufe ausbauen

21.11.2005
Der niederländische Telekomkonzern KPN will sein Geschäft durch den Erwerb weiterer Internetdienstleister ausbauen.

"Wenn wir die Gelegenheit bekommen, dann kaufen wir weitere", sagte Vorstandschef Ad Scheepbouwer in Barcelona der Nachrichtenagentur dpa-AFX. In den vergangenen Monaten hat die Muttergesellschaft des Düsseldorfer Mobilfunkanbieters E-Plus eine Reihe von Gesellschaften übernommen, darunter die niederländische CAS Internet.

Übernahmen im Mobilfunkbereich plant das Unternehmen derzeit nicht. "Im Moment gibt es keine Ziele beim Mobilfunk", sagte der Vorstandsvorsitzende. KPN hatte zusammen mit der Deutschen Telekom eine Übernahme der britischen O2 ausgelotet, die nun von der spanischen Telefonica SA geschluckt werden soll. Laut Angaben aus Kreisen war KPN auch an der österreichischen tele.ring interessiert, bei der die Telekom zum Zuge kam. Kürzlich erwarb der Konzern seinen niederländischen Mobilfunkkonkurrenten Telfort für knapp eine Milliarde Euro.

Mit den Akquisitionen will KPN den Ergebnisrückgang im niederländischen Festnetzgeschäft abfedern. Wie die Deutsche Telekom und France Telecom SA setzt KPN der harte Wettbewerb auf dem Heimatmarkt zu; seit Quartalen falle daher der Umsatz der Festnetzsparte. Dieser Trend soll mittelfristig anhalten: "Der Aufschwung im niederländischen Festnetzgeschäft wird in drei bis sechs Jahren stattfinden", sagte Scheepbouwer. Möglich werde der Aufwärtstrend durch die Einführung neuer Dienste wie Breitband.

Der niederländische Telekomkonzern KPN sieht sich selber nicht als Übernahmeziel. "Wir sind eine glückliche Gesellschaft", sagte Scheepbouwer. In der Vergangenheit wurde das Unternehmen immer wieder als möglicher Übernahmekandidat genannt. Zuletzt kursierten Gerüchte, der Schweizer Konkurrent Swisscom könnte KPN kaufen. KPN ist deutlich kleiner als frühere Monopolisten wie Telecom Italia und Telekom, verfügt mit der starken Stellung in den Niederlande und Belgien und der deutschen E-Plus aber über großes Entwicklungspotenzial. Analysten erwarten daher eine Übernahme von KPN durch einen Wettbewerber. (dpa/tc)