Niederländischer Telekomkonzern

KPN weiter tiefrot - E-Plus stützt letztmalig

28.10.2014
Der niederländische Telekomanbieter KPN steht weiter unter Druck. Vor allem im Heimatmarkt wartet der Konzern auf eine Trendwende, die letztmalig einbezogene deutsche Tochter E-Plus stützt den Konzern künftig nicht mehr.

Der Umsatz im Konzern fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,5 Prozent auf 2,78 Milliarden Euro - ohne die abzugebenden Teile hätte das Minus knapp fünf Prozent betragen, wie KPN am Dienstag in Den Haag mitteilte. Unter dem Strich erhöhte sich der Verlust von 243 Millionen auf 281 Millionen Euro.

KPN-Zentrale in Den Haag
KPN-Zentrale in Den Haag
Foto: KPN

Selbst unter Herausrechnung der abzugebenden Unternehmensbereiche rutschte das Unternehmen in die roten Zahlen. Die Erlöse im heimischen Mobilfunk sackten um knapp sechs Prozent ab, das operative Ergebnis (Ebitda) der Sparte schmolz gar um mehr als die Hälfte. Mit deutlichen Rückgängen wartete auch die Geschäftskundensparte auf. Konzernchef Eelko Blok machte in den Zahlen aber zumindest "strategischen Fortschritt" aus.

Vor der früheren Zentrale von E-Plus in Düsseldorf wehen jetzt Telefonica-Flaggen.
Vor der früheren Zentrale von E-Plus in Düsseldorf wehen jetzt Telefonica-Flaggen.
Foto: Telefonica

Die Geschäfte in Deutschland erwiesen sich dagegen erneut als Anker: E-Plus wuchs beim Umsatz um 4,4 Prozent auf 834 Millionen Euro, vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen verdienten die Düsseldorfer mit 244 Millionen Euro 6,6 Prozent mehr. Seit Beginn des vierten Quartals zählt der Mobilfunker zu Telefonica Deutschland - KPN hält nun allerdings 20,5 Prozent am O2-Netzbetreiber. Die als Teil des Kaufpreises bar erhaltenen 5 Milliarden Euro wollen die Niederländer vorwiegend zum Schuldenabbau nutzen. (dpa/tc)