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KPN streicht nach Gewinneinbruch massiv Stellen

01.03.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der niederländische Telecomkonzern KPN will nach einem Gewinneinbruch im Schlussquartal massiv Stellen streichen. Bis zum Ende der Dekade würden voraussichtlich 8.000 Arbeitsplätze wegfallen, teilte der Mutterkonzern des deutschen Mobilfunkanbieters E-Plus in Den Haag mit.

Im vierten Quartal brach der Überschuss gegenüber dem Vorjahr von 1,639 Milliarden Euro auf 479 Millionen Euro ein. Der Umsatz sank auf 3,05 (Vorjahr; 3,114) Milliarden Euro und der operative Gewinn auf 532 (681) Millionen Euro. Die Zuwächse der deutschen Tochter konnten die Rückgänge auf dem Heimatmarkt von KPN nicht ausgleichen.

Für das laufende Jahr rechnet der niederländische Marktführer mit einem Rückgang seines Gewinns vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) im "hohen einstelligen Prozentbereich". KPN hat auf seinem Heimatmarkt mit einer verschärften Konkurrenz zu kämpfen. Der Umsatz werde stabil bleiben, hieß es. Der Ausblick sei enttäuschend, sagte Analyst Thijs Berkelder von Petercam. Die Aktie verlor nach einer schwachen Eröffnung bis zehn Uhr 3,42 Prozent auf 7,06 Euro.

Mit einem Sparprogramm will das Unternehmen nun der Ergebniserosion gegensteuern. Bis zum Ende der Dekade sollen die jährlichen Kosten um 850 Millionen Euro sinken. Neben dem Stellenabbau will KPN bei den Investitionen den Rotstift ansetzen. Von den Stellenstreichungen ist E-Plus nach Angaben einer Sprecherin nicht betroffen.

Für 2004 will der Konzern eine Dividende von 0,27 Euro je Aktie ausschütten, hinzu kommen noch einmal 0,08 Euro, die KPN bereits im vergangenen Jahr an seine Aktionäre gezahlt hatte. Durch den Rückkauf eigener Aktien will KPN zudem seine Aktionäre am Gewinn beteiligen. So soll das zwischenzeitlich ausgesetzte Rückkaufprogramm fortgesetzt werden und zudem weitere 500 Millionen Euro für den Erwerb eigener Aktien aufgewendet werden. (dpa/tc)