Aktie fällt

KPN forciert nach Gewinneinbruch Stellenabbau

04.02.2014
Die niederländische Telefongesellschaft KPN hat 2013 wegen einer Flaute auf dem Heimatmarkt weniger verdient. Nun will KPN mit einem weiteren Stellenabbau gegensteuern.

Bis 2016 sollen 1500 bis 2000 Arbeitsplätze zusätzlich wegfallen und damit bis zu 14 Prozent der Jobs in den Niederlanden, wie das Unternehmen am Dienstag in Den Haag mitteilte. Damit sollen ab diesem Zeitpunkt jährlich 300 Millionen Euro eingespart werden. Der zuvor angekündigte Abbau von 4650 Stellen sei bereits abgeschlossen. An der Amsterdamer Börse sackte die Aktie um 4,16 Prozent auf 2,58 Euro.

KPN-Chef Eelco Blok muss sparen.
KPN-Chef Eelco Blok muss sparen.
Foto: KPN

Unternehmenschef Eelco Blok rechnet zum Ende dieses Jahres mit einer Stabilisierung der Finanzen. Im nächsten Jahr (2015) soll der Barmittelzufluss wieder zulegen. "Unser finanzielles Profil wird durch den Verkauf von E-Plus verbessert. Zudem werden wir eine Dividende unserer 20,5-prozentigen Beteiligung an Telefonica Deutschland beziehen." Daher wollen die Niederländer nach Abschluss des Verkaufs ihrerseits auch eine Dividende ausschütten und schlagen sieben Euro-Cent je Aktie vor.

Die deutsche Mobilfunktochter E-Plus steht vor der Übernahme durch den Konkurrenten Telefonica Deutschland. Zusammen wollen sie den beiden Platzhirschen T-Mobile und Vodafone die Stirn bieten. E-Plus verzeichnete im vergangenen Jahr trotz steigender Kundenzahlen weniger Umsatz. Insgesamt schrumpfte das Geschäft um gut sechs Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Investitionen in das Netz und in die Kundengewinnung ließen den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um ein Viertel auf 963 Millionen Euro einbrechen.

Die KPN-Zentrale in Den Haag
Die KPN-Zentrale in Den Haag
Foto: KPN

Für KPN war das vergangene Jahr geprägt durch heftige Konkurrenz auf dem Heimatmarkt. Der Umsatz sackte um zehn Prozent auf 8,5 Milliarden Euro. Billiganbieter und Kabelbetreiber graben KPN das Wasser bei Handykunden ab. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) brach um 14 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro ein. Unter dem Strich blieben mit 293 Millionen Euro knapp 7 Prozent weniger übrig als noch vor einem Jahr.

Der Druck auf KPN dürfte anhalten. Der Kabelbetreiber Ziggo hatte vor einer Woche seine Übernahme durch den Konkurrenten Liberty Global bekannt gegeben. Zusammen kontrollieren sie 90 Prozent des niederländischen Kabelnetzes und bieten Kunden eine Bandbreite, mit der Mobilfunker nur schwer mithalten können. (dpa/tc)