Andersen Consulting sieht weiteres Wachstum

Kostenvorteile: Nachfrage nach Client-Server wächst

02.10.1992

FRANKFURT (CW) - Die Beratungsgesellschaft Andersen Consulting hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 1992 etwa 30 bis 40 Prozent ihrer Projekte auf der Basis von Client-Server-Architekturen durchgeführt. Das Unternehmen erwirtschaftete 20 Prozent seines Gesamtumsatzes von 2,3 Milliarden Dollar mit dieser Technologie.

"Die Zukunft der Informationsverarbeitung wird entscheidend durch das Client-Server-Verarbeitungsmodell geprägt". Diesen Schluß ziehen die Consultants aus ihren Untersuchungsergebnissen. Einer der Gründe für diesen Trend liege im Kostenvorteil. Die Einführung einer solchen DV-Architektur bedeute gleichzeitig die Verlagerung erheblicher Teile der Informationsverarbeitung auf Workstations und PCs. Damit aber werde die Datenverarbeitung preiswerter, denn diese Rechner seien um ein Vielfaches kostengünstiger als Minicomputer und Mainframes.

Das Unternehmen bezeichnet als eine Client-Server-Konfiguration den Verbund von Computern unterschiedlicher Leistungsklassen und Zweckbestimmungen, die über eine "verteilte Architektur" aneinander gekoppelt sind. Während das mit einer grafischen Benutzeroberfläche ausgestattete Client-System dem Anwender die lokale Verarbeitungsleistung bereitstelle, liefere der Server Prozeß-und Datenservices. Neben Kostenvorteilen erhalte der Anwender damit auch einen besseren Benutzerkomfort und schnellere Antwortzeiten.

Der Client-Server-Markt wird nach Berechnungen von Andersen Consulting in den kommen den Jahren eine durchschnittliche Wachstumsrate von 34 Prozent erleben.

Bis 1995 soll ein weltweites Marktvolumen von 8,4 Milliarden Dollar erreicht sein. Thomas Köhler, Geschäftsführer der deutschen Filiale, prognostiziert: "Es wird künftig kaum noch eine Ausschreibung für ein Projekt geben, in dem Client-Server-Verarbeitung keine Rolle spielt. Wir beobachten, wie sich dieser weltweite Trend auch in Deutschland manifestiert".

Die Client-Server-Verarbeitung werde von vielen Unternehmen zum Anlaß genommen, eine unternehmensweite Business Integration vorzunehmen. Darunter verstehen die Berater eine optimale Ausrichtung von Mitarbeitern, Technologie, Infrastruktur und Abläufen auf die gemeinsame strategische Vision. So könnten mit Hilfe dieser Technologie unter anderem der Kundenservice verbessert und Produkte schneller entwikkelt werden.