Offshoring

Kostensenkung allein reicht als Ziel nicht aus

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Um mit Hilfe von Offshoring die Kosten zu senken, müssen Anwender genau definieren, was wohin, warum und wie ausgelagert werden soll.

Unter dem anhaltenden Kostendruck suchen Unternehmen nach immer neuen Einsparmöglichkeiten. Vor allem das Auslagern in Niedriglohnländer hat Hochkonjunktur, beobachten die Analysten von Gartner. "Viele Führungskräfte sind derzeit in einem regelrechten Outsourcing-Fieber", konstatiert Dane Anderson, Vice President IT-Services and Sourcing bei Gartner. Entscheidend sei dabei was wohin, warum und wie ausgelagert werden soll. "Kostensenkung als Ziel ist zu unkonkret. Es kommt darauf an, genau zu definieren, um wie viel Prozent die Ausgaben in welchem Zeitrahmen reduziert werden sollen", beschreibt die Expertin. "Nur aus spezifischen Zielen lassen sich spezifische Handlungsweisen ableiten."

Auch Anupam Govil, Chairman der Fachmesse Global Sourcing Forum + Expo, registriert eine Rennaissance des Kostenthemas. "Das Verständnis, was ein guter Outsourcing-Deal ist, hat sich in den letzten zwölf Monaten gewandelt: Heute geht es den Anwendern darum, mehr für ihr Geld zu bekommen." Wenn ein IT-Dienstleister seine Services zu Dumping-Preise erbringt, kann der Deal jedoch nicht gut sein, warnt der Experte. Ermögliche der Vertrag dem Provider zu wenig Gewinn, werde sich dieser andere Wege suchen, um Profit zu machen. Und die seien dann meist nicht zum Wohle des Kunden: "Of geht das dann zu Lasten von Qualität , Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit." Erfolgreich sei eine Outsourcing-Beziehung nur, wenn sie eine "Win-Win-Situation für beide Seiten schaffe.