Kostenfokus behindert IT-Business-Alignment

10.10.2008
Viele IT-Abteilungen stellen ihren Beitrag zur Wertschöpfung über IT-Einsparungen dar. Günstige Prozesskosten wären ein besserer Gradmesser.

Obwohl viele Firmen ihre internen IT-Services an den Geschäftszielen ausrichten, konzentrieren sie sich immer noch zu sehr auf die IT-Kosten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von IDC unter 203 IT-Verantwortlichen aus deutschen Unternehmen, die IT-Service-Management (ITSM) betreiben oder dies planen. Demnach zeigt mehr als die Hälfte der IT-Abteilungen ihren Beitrag zur Wertschöpfung anhand der Reduzierung der IT-Kosten auf (siehe Grafik). 39 Prozent stellen die Durchlaufzeiten von IT-Prozessen dar. Erst dann folgen IT-Business-Alignment-Ziele wie die Senkung der Geschäftsprozess-Kosten.

Um zur Wertschöpfung beizutragen, müssen jedoch die Geschäftsabläufe effektiver werden - etwa durch Automatisierung und kürzere Durchlaufzeiten, warnt IDC-Analyst Matthias Kraus. Dadurch könne die IT ihre Position stärken. Nicht selten ist allerdings das Management schuld an der Kostenfixierung. Dieses Spannungsfeld spiegelt auch die Umfrage wider: 46 Prozent halten die unterschiedlichen Ziele von IT- und Fachabteilungen für das größte Hindernis auf dem Weg zum IT-Business-Alignment.

Partner der Fachabteilungen

Als weitere Barrieren nannten die Befragten Mentalitätsunterschiede (43 Prozent), Verständigungsprobleme (36 Prozent) und mangelndes technisches Know-how in den Fachabteilungen (33 Prozent). Diesen Punkt akzeptiert Kraus allerdings nicht: "Es ist nicht Aufgabe der Fachabteilungen, komplexe IT-Zusammenhänge zu verstehen." Die IT-Organisation müsse diese verständlich darstellen. Nur dann könne sie sich "von einer Kostenstelle, die kaum Mehrwert bietet, zu einem echten Partner der Fachabteilungen entwickeln".(sp)

Woran IT-Abteilungen ihren Beitrag zur Wertschöpfung nachweisen.
Woran IT-Abteilungen ihren Beitrag zur Wertschöpfung nachweisen.