CIOs und ihre Prioritäten

Kosten senken immer wichtiger

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Anzeige  Die Krise wirbelt zwar die Ziele der CIOs durcheinander, nicht aber ihre Marsch-Routen. So lässt sich der CIO Survey von Gartner Executive Programs (EXP) interpretieren. Nach der Optimierung von Prozessen ist das strategische Ziel "Kosten senken" auf Platz 2 der Prioritäten geklettert. Hilfsmittel Nr. 1: BI.

Komplexe IT-Technologien sind keine Einbahnstraßen, sondern führen zu verschiedenen Zielen. So lässt sich am einfachsten erklären, warum sich in der Prioritäten-Rangliste von 1500 IT-Leitern gegenüber dem Vorjahr wenig geändert hat. BI behauptet den ersten Platz vor Unternehmensanwendungen wie etwa Enterprise Resource Planning (ERP) oder Customer Relationship Management (CRM). Es folgen Virtualisierung und Modernisierung von Legacy-Anwendungen. Erst dann stellen sich marginale Veränderungen gegenüber dem Vorjahr ein.

In Sachen Technologie also keine neuen Trends, obwohl Mark McDonald, Head of Research von Gartner EXP, die Auswirkungen der Wirtschaftskrise in drastischen Worten beschreibt: "2009 stehen die Verantwortlichen schwierigen wirtschaftlichen Gegebenheiten gegenüber, wie es sie seit 50 Jahren nicht gab." Für die CIOs bleibt das nicht ohne Folgen - wenngleich dies überraschenderweise nicht alle sofort betrifft. Die deutschen CIOs erwarten eine Senkung ihres Budgets um 0,38 Prozent im Durchschnitt, europaweit rechnen die IT-Chefs aber sogar mit einem Anstieg um 0,48 Prozent.

Geändert haben sich die Business-Ziele

Gekürzt wird also offensichtlich vergleichsweise wenig bei der IT. Es verändern sich aber die Business-Ziele, denen sie zu dienen hat. Nach der Optimierung von Geschäfts-Prozessen steht nun bereits auf Platz Zwei in der Liste der Prioritäten die Kostensenkung - vergangenes Jahr war dies erst die Nummer Fünf. Abgerutscht sind offensive Strategien wie Neukundengewinnung (von Zwei auf Vier), Innovation (von Drei auf Sechs) und Expansion in neue Märkte und Regionen (von Vier auf Zehn). Somit liegt BI weiter im Trend, wenngleich sich der strategische Hintergrund in vielen Firmen geändert hat.