IT Financial Management

Kosten im Blick - Wertbeitrag in Aussicht

Thomas Pelkmann ist freier Journalist in Köln.
Anzeige  Einen Wertbeitrag der IT zum Unternehmenserfolg kann nur messen, wer alle Kosten der IT im Blick hat. IT Financial Management ist ein strategischer Weg, um auch den versteckten Kosten quer durchs Unternehmen auf die Spur zu kommen.
Foto: Franz Pfluegl/Fotolia.de

Wenn man CIOs nachts um drei weckt und sie nach der Rolle ihrer Abteilung in ihrem Unternehmen befragt, werden sie, noch mit Sand in den Augen, antworten: "Die IT soll einen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten." Sätze wie dieser gehören zum Standardrepertoire der IT-Leiter und spiegeln eine veränderte Rolle der IT wider: Früher hat die IT vor allem Geld gekostet; ob sie dabei einen messbaren Beitrag zum Unternehmenserfolg geleistet hat, vermochte niemand so genau zu sagen. Warum auch, denn ohne IT geht schließlich schon lange nichts mehr.

Durch den infolge weltweiter Krisen verursachten Sparzwang in den Unternehmen wurde das Paradigma der IT in ihren Grundfesten erschüttert; seitdem müssen die IT-Abteilungen nicht nur Kosten reduzieren, sondern gleichzeitig auch schlüssig begründen, welchen Beitrag die IT in Gänze sowie einzelne Projekte im Detail zu den strategischen Zielen des Unternehmens leisten.

"Die bedarfsgerechte Ermittlung der IT-Kosten ist ein gigantisches Problem" meint Frank-Robert Kreher, IT-Finanzspezialist bei HP.
"Die bedarfsgerechte Ermittlung der IT-Kosten ist ein gigantisches Problem" meint Frank-Robert Kreher, IT-Finanzspezialist bei HP.
Foto: HP

Das ist schon deswegen schwierig, weil es viele IT-Abteilungen bis heute nicht geschafft haben, die tatsächlichen Kosten für die IT-Infrastruktur genau zu bemessen. "Die bedarfsgerechte Ermittlung der IT-Kosten ist ein gigantisches Problem", schätzt der IT-Finanzspezialist Frank-Robert Kreher, Practice Leader Planning & Governance bei HP Software & Solutions. Kreher berät zusammen mit seinen 20 Mitarbeitern Unternehmen bei der Annäherung der IT an das Business und kennt sich von daher mit den Schwierigkeiten in der Praxis gut aus. "Auf den ersten Blick mag es noch einfach sein, die Kosten zu bemessen", so Kreher: "Ich habe ein paar Server mit einigen CPUs, deren Arbeitszeit ich genau so messen kann wie die Speicherauslastung oder die Befüllung der Festplatten."

In den Unternehmen geht es jedoch schon längst nicht mehr nur um einzelne Komponenten. "Wir haben es mit Services zu tun, die hochgradig virtualisiert laufen - sie nutzen auf dem einen Server ein bisschen Prozessorleistung und Plattenplatz, und auf einem anderen auch", so Kreher. Auch Software wird mal für den einen, mal für einen anderen Service verwendet. Zudem findet diese verteilte Nutzung nicht statisch statt, sondern in einer Umgebung, die sich von Stunde zu Stunde ändern kann. Dem HP-Experten zufolge ist es daher eine echte Herausforderung, Algorithmen und Regelwerke zu finden, mit denen sich die Nutzung messen lässt, und die Vorhersagen darüber erlauben, wie hoch die Auslastung im nächsten Jahr sein wird.