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Kopiergeschützte CDs lassen Frankreichs Behörden aktiv werden

27.08.2004

Französische Behörden haben Ermittlungen gegen den Musikkonzern EMI France und den größten CD-Händler des Landes Fnac eingeleitet. Sie wurden auf Grund zahlreicher Verbraucherbeschwerden tätig, die bei der Konsumentenvereinigung UFC-Que Choisir eingingen, dass sich kopiergeschützte CDs nicht abspielen ließen. Probleme treten den Beschwerdeprotokollen zufolge nicht nur auf PC-Laufwerken, sondern auch bei Autoradios und Hi-Fi-Anlagen auf.

Die Verfahren leitet eine Abteilung der Direktion für Wettbewerb, Verbrauch und Betrugsbekämpfung DDCCRF, die im September 2003 erstmals von der UFC informiert wurde. Den Verantwortlichen der beiden Unternehmen drohen nach Auskunft von UFC-Anwältin Sandra Woehlin Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren und Geldstrafen von bis zu 40.000 Euro. Die französischen Anwender sind nicht nur über die Abspielprobleme erbost. Auch die Möglichkeit, in Frankreich erlaubte Kopien für die private Nutzung anzulegen, fehle durch die Implementierung des Kopierschutzes, sagte Woehlin. Die Anwältin fordert die Rücknahme kopiergeschützter Musikalben vom Markt und die Entschädigung betroffener Nutzer.

Fnac habe sich bereits bereit erklärt, CDs mit Abspielproblemen zurückzunehmen und den Kaufpreis zu erstatten, erklärte das Unternehmen. Außerdem werde man sofort eine Informationskampagne starten. Schwierigkeiten mit den kopiergeschützten Alben seien nicht vorauszusehen gewesen.

Laut EMI France handelt es sich um CDs, die zwischen Oktober 2002 und August 2003 verkauft wurden. Inzwischen habe man die Kopierschutzmaßnahmen geändert, so dass keine Probleme mehr auftreten, heißt es in einer Stellungnahme. Detaillierte Kommentare wollte das Unternehmen bislang nicht abgeben. EMI France wurde bereits im September 2003 in einem Zivilrechtsprozess dazu verurteilt, eine Kundin zu entschädigen, die eine kopiergeschützte CD nicht im Auto abspielen konnte. (lex)