Ergebnisse der CIO-Studie 2007

Konvergenz ist Chefsache

Reppesgaard studierte in Hannover und arbeitete danach als Reporter und Moderator bei Hörfunk von Radio Bremen zu innen- und jugendpolitischen Themen und in den Bereichen Technologie und Wissenschaft. Seit dem Jahr 2000 lebt er in Hamburg, seit 2001 arbeitet er mit Christoph Lixenfeld im druckreif Redaktionsbüro zusammen.
Sprache und Daten werden in Zukunft über einen Kanal fließen. Unternehmen investieren derzeit zwar nur 14 Prozent ihres IT-Budgets in diese Umstellung. 2010 sollen es aber bereits 36 Prozent sein. Am besten kontrolliert diese Ausgaben der CIO - und nicht eine eigenständige TK-Abteilung.
Friedrich Wöbking, CIO der Dresdner Bank: "Wir sehen bisher nicht den großen Nutzen, wenn wir alle weltweit dieselben Endgeräte hätten und uns auf dem Bildschirm sehen könnten."
Friedrich Wöbking, CIO der Dresdner Bank: "Wir sehen bisher nicht den großen Nutzen, wenn wir alle weltweit dieselben Endgeräte hätten und uns auf dem Bildschirm sehen könnten."

Friedrich Wöbking, der CIO der Dresdner Bank, ist gerade erst aus dem Flugzeug gestiegen. Zwei Tage hat seine Reise in die Vereinigten Staaten gedauert. Abgesichert durch ein Virtual Private Network konnte er drüben auf Anwendungen und Daten zugreifen, als hätte er an seinem Schreibtisch in der Frankfurter Gallusanlage gesessen. "Ansonsten habe ich über den Blackberry Kontakt gehalten", sagt der CIO. Alle Vorstände der Dresdner Bank sind mit Blackberrys ausgestattet. Auch vier von zehn Investmentbankern von Dresdner Kleinwort arbeiten mit den mobilen Alleskönnern. Wöbking hat sogar einen Bereitschaftsdienst eingerichtet, der auch am Wochenende unterstützt, sollte das Geschäftswerkzeug einmal ausfallen.

Nicht nur bei der Dresdner Bank hat sich die Arbeitswelt durch Telekommunikation massiv verändert. In den vergangenen vier Jahren ist die Zahl derjenigen, die als viel reisende Manager, Vertriebsleute, Servicetechniker oder als Heimarbeiter nicht ihre gesamte Arbeitszeit im Unternehmen verbringen, nach Angaben des Netzwerkausrüsters Alcatel Lucent um rund 40 Prozent gestiegen. "Die Menschen sind nicht mehr so strikt an das Büro gebunden", bestätigt Wöbking. Und wenn sie doch noch dort arbeiten, können sie besser kommunizieren als früher. Auf Wöbkings Schreibtisch steht beispielsweise ein Monitor mit Kamera, der an ein Videokonferenzsystem angeschlossen ist. "Das hilft uns seit einigen Jahren, die eine oder andere Reise zu vermeiden", sagt der CIO.

"Hanuta-Fernsehen" für Mitarbeiter

Generelle Vorteile von konvergenten Netzen und mögliche Hemmfaktoren.
Generelle Vorteile von konvergenten Netzen und mögliche Hemmfaktoren.

Wenn sich Projektkomitees der Dresdner in London und in Frankfurt austauschen, setzen sie natürlich nicht mehr ausschließlich auf eine Telefonleitung. Schließlich werden neben der Sprache auch Daten übertragen, in diesem Fall die Bits, aus denen sich die Videobilder zusammensetzen. Die Basis, auf der IT- und TK-Leitungen zusammenwachsen, ist das Internet Protokoll (IP). IP-basiert verschickt die Dresdner auch die kleinen Videoclips, die die Mitarbeiter wegen der haselnusswaffelgroßen Bilder auch "Hanuta-Fernsehen" nennen. Sie sind inzwischen auch bei der Muttergesellschaft Allianz Teil der Unternehmenskommunikation. Allianz-Chef Michael Diekmann erreicht über diesen Kanal bei seinen Neujahrsansprachen inzwischen weltweit 170.000 Mitarbeiter.

Für das Zusammenwachsen von Technologien wie der Informationstechnologie und der Telekommunikationstechnik steht der Begriff Konvergenz. Unterschiedliche Anwendungen arbeiten auf Basis einer gemeinsamen Infrastruktur und werden so immer stärker miteinander verzahnt. Doch was treibt die Entwicklung an? Wie sind die Projekte organisiert, wenn Konvergenzlösungen eingeführt werden? In welchen Bereichen setzen die CIOs besonders auf die neuen Netze? Und hält die Technik, was sie verspricht? Die Marktforscher von MBmedien in Krefeld haben für CIO exklusiv ermittelt, wie es um das Thema Konvergenz in Deutschlands Unternehmen bestellt ist. Dazu befragten sie 287 CIOs, die in den größten 1.000 Unternehmen in Deutschland arbeiten.