Nach Verbot bei Yahoo

Kontroverse um Home Office

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Yahoo hat mit dem jüngst ausgesprochenen Verbot der Heimarbeit für Irritationen in der Branche gesorgt. Microsoft hält nichts von so einer Regelung.
Zurück in die Zentrale hat Yahoo-Chefin Marissa Mayer ihre Heimarbeiter beordert.
Zurück in die Zentrale hat Yahoo-Chefin Marissa Mayer ihre Heimarbeiter beordert.
Foto: Yahoo

Seit die Google-Managerin Marissa Mayer das Zepter bei Yahoo übernommen hat, gibt es immer wieder Entscheidungen, die Aufsehen erregten. Bereits beim Antritt versprach sie allen Mitarbeitern kostenloses Mittagessen und ein mobiles Kommunikationsgerät. Jetzt, ein paar Monate später, fällt sie eine Entscheidung, die wohl weniger auf die Begeisterung ihrer Mitarbeiter stoßen wird.

Um die Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens zu verbessern, so die offizielle Begründung, wird das Home-Office-Programm eingestellt, alle Beschäftigten sind angehalten, ihre Arbeit wieder im Firmenbüro zu verrichten. In einem Schreiben der Personalabteilung an die Mitarbeiter, in der die Entscheidung begründet wird, heißt es, dass eine kurze Diskussion in der Cafeteria oder ein spontanes Meeting der Innovationskraft eines Unternehmens mehr nützen als die Arbeit zu Hause. Diese Ansicht soll indes weitere Anhänger finden wie die Bank of America, die ebenfalls die Telearbeitsplätze Schritt für Schritt reduziert.

Microsoft: Home Office als Wettbewerbsfaktor

Für Microsoft-Personalchefin Brigitte Hirl-Höfer erleichtert Home Office die Work-Life-Balance.
Für Microsoft-Personalchefin Brigitte Hirl-Höfer erleichtert Home Office die Work-Life-Balance.
Foto: Microsoft Deutschland GmbH

Eine erste, prompte Reaktion kam von Microsoft und die Aussagen der deutschen Personalchefin Brigitte Hirl-Höfer lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen über: „Flexible Arbeitsmodelle, und da ist Home Office ein wichtiger Bestandteil – sind ein wichtiger Wettbewerbsfaktor." Die Möglichkeit, von zuhause aus zu arbeiten, erleichterten aus ihrer Sicht, „nicht nur die persönliche Work-Life-Balance, sondern auch die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie".

Arbeiten im Home Office: Größere Flexibilität oder zu wenig Austausch mit den Kollegen?
Arbeiten im Home Office: Größere Flexibilität oder zu wenig Austausch mit den Kollegen?
Foto: XtravaganT - Fotolia.com

In einem Interview mit Spiegel online wurde Hirl-Höfer noch deutlicher: „Yahoo katapultiert sich mit dieser Entscheidung bei Bewerbern ins Abseits." Und als Anhängerin und eifrige Praktizierende der Arbeit von zu Hause überrascht schließlich nicht ihre Forderung: „Wir müssen noch flexibler werden." Sie ist überzeugt, dass der Trend in Richtung Vertrauensarbeitszeit geht. Beide Modelle werden sicher auch in Zukunft für viel Diskussionsstoff sorgen.

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