Pressebericht

Kontodaten von 21 Millionen Bundesbürgern gehandelt

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Neuer Datenschutzskandal: Der "Wirtschaftswoche" wurden nach eigenen Angaben die Bankverbindungen von 21 Millionen Bundesbürgern zum Kauf angeboten.

Danach müssen im Extremfall drei von vier Haushalten in Deutschland fürchten, dass Geld von ihrem Girokonto abgebucht wird, ohne dass sie jemals eine Einzugsermächtigung erteilt haben, schreibt das Düsseldorfer Magazin. Ihm wurde die gigantische Datenmenge für knapp zwölf Millionen Euro angeboten. Eine CD mit 1,2 Millionen Kundendaten erhielt die "Wirtschaftswoche" als Muster. Neben den Angaben zur Person wie etwa Geburtsdaten enthalten die Datensätze die Bankverbindung mit Kontonummer und Bankleitzahl, in einigen Fällen sogar detaillierte Angaben zur Vermögenslage.

Die Datensätze wurden bereits am vergangenen Donnerstag der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft übergeben. Diese muss nun klären, wie so viele Kontonummern illegal in Umlauf gelangen konnten. Erste Spuren führen dem Bericht zufolge "fast durchgängig zu kleinen Callcenter-Betreibern". Offenbar, so die "Wiwo" weiter, besserten deren schlecht bezahlte Mitarbeiter gelegentlich ihr Gehalt auf, indem sie Adressdaten auf USB-Sticks oder CDs kopierten und auf eigene Rechnung an Hintermänner weiterverkauften. Die wiederum führten die Bank- und Adressdaten aus verschiedenen Quellen zusammen, bereinigten sie um Dubletten und böten sie im großen Stil zum Kauf an.

Der oberste deutsche Datenschützer Peter Schaar hat angesichts der neuen Hiobsbotschaft im BR schärfere Bestimmungen angemahnt. Staat und Wirtschaft müssten zum Schutz sensibler Daten beitragen.