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Kontaktsuche à la Plaxo

24.05.2004

Das von Napster-Mitbegründer Sean Parker gegründete US-Startup Plaxo Inc. hat erstmals detaillierter enthüllt, wie es künftig Geld verdienen will. Der Anbieter eines Kontakt-Management-Service plant, mit VIP-Versionen und einer Partnerschaft mit Yahoo die Geldquelle zum Sprudeln zu bringen.

Das Unternehmen aus Mountain View, Kalifornien, bietet ein gleichnamiges, in der Basisversion kostenloses Peer-to-Peer-Tool an, das Schluss mit veralteten Kontaktdaten machen soll. Dazu erlauben Nutzer, die dem Plaxo-Netzwerk beitreten, der Company den Zugriff auf die in Microsoft "Outlook" gespeicherten Telefonnummern und (E-Mail-)Adressen. Anschließend hält die Company die Daten im Adressbuch vollautomatisch auf dem neusten Stand. Dies geschieht entweder, indem Plaxo diese mit anderswo im Netzwerk gespeicherten Informationen abgleicht oder, indem es die Daten von den Betroffenen direkt per E-Mail anfordert. Neben dem Desktop-Tool ist außerdem eine – ebenfalls kostenlose - Web-Version erhältlich. Seit Mai 2003 nutzen bereits mehr als zwei Millionen Menschen in 219 Ländern die Plaxo-Programme.

Zusätzlich zu diesen Basisversionen plant die Company, erweiterte Varianten gegen Bezahlung anzubieten. So soll die knapp 20 Dollar pro Jahr teure "VIP Version" etwa bessere Support-Funktionen einschließen. Künftig sei außerdem eine automatische Daten-Synchronisation für Handys und Handhelds möglich. Auch über Partnerschaften mit Drittanbieter will Plaxo Einnahmen erzielen. So enthält die aktuelle Version 2.0 bereits eine Toolbar für die Suche in Yahoo aus dem Outlook-Programm. Die damit erzielten Erlöse teilen sich Plaxo und Yahoo. Als weitere Einnahmequelle wird die Nutzung der Programmierschnittstellen angedacht. So könnte etwa ein E-Commerce-Unternehmen auf Plaxo zugreifen, um die Lieferadresse eines Kunden automatisch zu ermitteln.

Wenn es um den Zugriff auf private Informationen geht, sind Datenschutzbedenken natürlich nicht weit. So wollen die Kalifornier mit ihren erstmals enthüllten Umsatzplänen unter anderem die Gerüchte zerstreuen, sie finanzierten sich mit dem Verkauf privater Daten an Marketing-Unternehmen. Daneben hatten Venture-Capital-Firmen Zweifel angemeldet, dass mit Netzwerken dieser Art überhaupt Geld zu verdienen sei. Nichts desto trotz gelang es Plaxo vor kurzem, in einer weiteren Finanzierungsrunde sieben Millionen Dollar Risikokapital einzustreichen. An dem Investment beteiligte sich unter anderem Cisco Systems. (mb)