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Kontakt mit Wildtieren als potenzielle Pandemie-Gefahr

22.02.2008
Von pte pte
Wissenschaftler der zoologischen Gesellschaft London (ZSL) http://www.zsl.org , der Universität Georgia http://www.uga.edu und der Universität Columbia http://www.columbia.edu haben eine Landkarte veröffentlicht, die detailliert jene Regionen der Welt kennzeichnet, die für Menschen ein besonders hohes Infektionsrisiko darstellen. Zur Aufbereitung der Daten wurden Aufzeichnungen der letzten 65 Jahre analysiert. Dabei fiel den Wissenschaftlern auf, dass die meisten ansteckenden Infektionskrankheiten von wild lebenden Tieren übertragen wurden.

Um weitere Krankheitsausbrüche künftig zu verhindern, muss nach Meinung der Experten mehr in den Umweltschutz investiert werden. Bei der Erhebung der Krankheitsfälle der Jahre 1940 bis 2004 verglichen die Wissenschaftler die Ausdehnung der menschlichen Bevölkerung mit den Aufzeichnungen über Regenfälle sowie die Artenvielfalt wild lebender Tiere. "Besonders jene Regionen, die eine einzigartige Artenvielfalt aufweisen sind wichtig in Bezug auf Infektionsausbrüche", sagt Kate Jones, Forschungsstipendiatin der zoologischen Gesellschaft London. Die Wissenschaftler fanden in ihren Untersuchungen heraus, dass 60 Prozent der ansteckenden Krankheiten weltweit von wild lebenden Tieren verursacht wurden. So sind etwa der Ausbruch des Nipah-Virus in Malaysien, der SARS in China, der Vogelgrippe H5N1, des Ebolavirus und des West-Nil-Virus durch die Übertragung von Krankheitserregern durch Wildtiere begründet.

"Die weltweite Gesundheit ist gefährdet", warnen die Studienautoren. "Die menschliche Bevölkerung dehnt sich immer weiter aus, während Wildtiere immer weniger Platz für sich beanspruchen können", sagt Marc Levy, Experte am Institut für Erdwissenschaften der Columbia Universität. Während viele Krankheitserreger durch die Jagd auf Wildtiere aufgeschnappt werden, kommt der Nipah-Virus hingegen in der Tierzucht vor. Da Menschen nie Resistenzen gegen Krankheitserreger von Wildtieren entwickelt haben, könnte eine Pandemie tödliche Folgen haben. "Speziell Menschen in Entwicklungsländern sind vor diesen ansteckenden Krankheiten nicht geschützt. Bislang wurde der Fokus über Kontrolle von ansteckenden Infektionskrankheiten auf reiche Länder gerichtet", kritisiert Peter Daszak, Co-Autor der Studie.

Priorität sollte vor allem die Überwachung von Regionen sein, die mit einem Ausbruch einer Infektionskrankheit in naher Zukunft rechnen müssen. In weiterer Folge sollen Biosicherheitsmaßnahmen ergriffen werden. Diese sollten Untersuchungen jener Menschen umfassen, die Kontakte mit Wildtieren hatten. "Wenn wir vorbeugende Maßnahmen ignorieren, wird die Menschheit von einer Pandemie nicht verschont bleiben", warnt Daszak. (pte)