Clustering/Kommentar

Konjunktur für Cluster

26.10.2001
Wolfgang Herrmann Redakteur CW

Vom Konjunktureinbruch ist der Cluster-Markt deutlich weniger betroffen als andere Segmente des IuK-Sektors. Ausfallsicherheit und Stabilität stehen für Großanwender auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ganz oben auf der Prioritätenliste. Hinzu kommt die Möglichkeit, verteilte Rechnersysteme in einem Cluster zu konsolidieren und damit die Gesamtkosten der IT zu senken.

Die klassischen Einsatzgebiete geclusterter Rechner haben sich im Zeitalter des E-Business nicht geändert: IT-Verantwortliche wollen damit entweder Hochverfügbarkeit oder eine höhere Rechenleistung erreichen, in einigen Fällen beides gleichzeitig. Dafür bietet der Markt mehr Auswahl denn je. Der erst vor wenigen Jahren begonnene Wettbewerb zwischen Open-Source-Konzepten und Microsoft-basierten Architekturen zeichnet sich auch im Feld des Clustering ab. Die Gates-Company hat die Cluster-Fähigkeiten unter Windows ausgebaut: Mit den Versionen "Advanced Server" und "Datacenter Server" erhält die Plattform das Potenzial, zumindest in den unteren und mittleren Leistungsbereich der mächtigen Unix-Rivalen vorzustoßen (siehe Seite 52). Andererseits arbeitet auch die Open-Source-Gemeinde intensiv an Clustering-Optionen. Branchenschwergewichte wie Compaq, IBM oder SGI helfen dabei.

Im technisch-wissenschaftlichen Umfeld gehören Cluster seit jeher zum Inventar. Doch auch hier gibt es Veränderungen. Die einst exorbitant teuren Supercomputer mit proprietären Architekturen weichen zunehmend einer eher simplen Spezies: Standard-PCs oder -Server, ausgerüstet mit sehr schnellen Netzadaptern, werden unter Unix oder Linux zu Hochleistungs-Clustern mit mehreren tausend Rechnerknoten zusammengeschaltet. Die Vorteile liegen auf der Hand: Commodity-Hardware kostet weniger, und die häufig verwendete quelloffene Software lässt sich individuell anpassen.