Konflikt von SAP und Oracle geht in eine neue Runde

29.08.2007
SAP und Oracle haben ein Statement zum Verfahren in der Sache "TomorrowNow" eingereicht. Die Walldorfer setzen sich für eine schnelle außergerichtliche Schlichtung ein.

In der Auseinandersetzung um "Raubkopien" der SAP-Tochter TomorrowNow auf den Web-Seiten Oracles bricht eine weitere Etappe an. Am Dienstag haben beide Konzerne wie vom Gericht gefordert ein Statement zur Konferenz über die weiteren Verfahrensschritte am 4. September eingereicht. Darin legen SAP und Oracle ihre Positionen unter anderem zu alternativen Lösungen für den Streitfall, zur vorgerichtlichen Terminplanung und den Untersuchungen dar. Diese Themen können im Rahmen der Konferenz selbst im Detail erörtert werden. Nach der Konferenz erlässt das Gericht üblicherweise einen Beschluss über seine Entscheidungen zu Aspekten wie Verfahrensdatum, alternativen Lösungen für den Streitfall und dem Zeitablauf der Untersuchungen.

In einer Pressemitteilung äußerte sich SAP zu den "Fakten". Demnach hätten die Walldorfer die Fakten zu diesem Fall in ihrer Stellungnahme und ihrer Antwort auf die Oracle-Klage "klar dargelegt". Die Darlegung der Fakten seitens Oracle hingegen sei fehlerhaft und "irreführend". "Im Interesse aller Beteiligten, auch unserer Kunden, sollte dieser Fall umgehend gelöst werden", schreibt die SAP. Entgegen der Meinung von Oracle sei der ERP-Konzern der Auffassung, dass dies auch möglich ist.

Die Darlegung der Fakten seitens Oracle klinge dramatisch, sei aber irreführend, so SAP weiter. Sie lasse völlig außer Acht, dass TomorrowNow das Recht hatte, im Auftrag seiner Kunden auf Oracles Customer Connection Website zuzugreifen und von dort Support-Material für Kunden herunterzuladen. Oracle ignoriere, dass nur TomorrowNow das Support-Material heruntergeladen habe. An SAP America oder SAP AG seien keine Informationen weitergegeben worden. "Es geht hierbei nicht um 'Organisierten Diebstahl im großen Stil', wie Oracle behauptet", behauptet wiederum SAP. Der ERP-Anbieter hat den Vorfall bereits eingestanden und personelle Konsequenzen bei seiner US-Tochter gezogen.

Die umgehende Lösung dieses Streitfalles liege im Interesse aller Beteiligten, argumentieren die Walldorfer. Ein Vorschlag zur Güte von SAP: "Alle Parteien (sollten) innerhalb der kommenden Monate zu einer Mediation unter Leitung eines aktiven oder pensionierten Richters geladen werden". Ob Oracle allerdings auf den Vorschlag eingehen wird, das Thema in aller Stille zu bereinigen, darf bezweifelt zu werden. (ajf)