Tipps für unverstandene Entwickler

Kompliziert denken, einfach sprechen

Michael Schweizer ist freier Autor in München.

CW: Hat sich der Entwicklerberuf in den letzten Jahren verändert?

RITTERSHAUS: Die Projektbudgets sind höchstens noch so hoch, dass es gerade reicht. Mehr als früher müssen Entwickler sich in den Kunden hineinversetzen: Was will und braucht er wirklich? Entwickeln um technischer Features willen geht nicht mehr.

CW: Können Entwickler da überhaupt noch sauber arbeiten?

RITTERSHAUS: Das müssen sie, aber eben oft um einiges einfacher, als sie gerne würden. Sie dürfen keine schöne Tür mit edler Klinke und tollen Scharnieren mehr einbauen, wenn der Kunde nur ein Brett braucht.

CW: Wenn ein Dachdecker mal 50 ist, sollte er nicht mehr selbst aufs Dach. Ist das bei Entwicklern so ähnlich?

RITTERSHAUS: Nein. Ich kenne über 60-jährige Entwickler, die mit ihrer Erfahrung und Ruhe Projekten helfen, wesentlich bessere Ergebnisse zu erzielen. Solche Leute bringen vielleicht nicht mehr 100 Prozent der möglichen Implementierungsgeschwindigkeit. Aber sie wissen hundertprozentig, was zu tun ist.

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