Tipps für unverstandene Entwickler

Kompliziert denken, einfach sprechen

Michael Schweizer ist freier Autor in München.
Wie können sich Softwareentwickler verständlich machen? Axel Rittershaus, Trainer für Präsentation, Kommunikation und Führung, kennt einige Tricks.

CW: Was macht einen guten Softwareentwickler aus?

RITTERSHAUS: Erstens das IT-Fachwissen - darin sind die meisten exzellent. Zweitens die Fähigkeit, die Bedürfnisse der externen oder internen Kunden zu verstehen - auch das können viele Entwickler gut. Drittens kommt es darauf an, komplexe technische Themen so darzustellen, dass auch fachfremde Gesprächspartner sie begreifen. Hier können sich manche Entwickler noch verbessern.

CW: Zunächst einmal sind sie also kommunikationsgestört?

Axel Rittershaus, Trainer: Nicht aus jedem Entwickler kann man einem Obama machen.
Axel Rittershaus, Trainer: Nicht aus jedem Entwickler kann man einem Obama machen.

RITTERSHAUS: Nein, überhaupt nicht. Untereinander verstehen sie sich ausgezeichnet. Sie müssen sich nur daran gewöhnen, im richtigen Moment von ihrer Fachsprache ins Allgemeinverständliche zu wechseln. Dabei hilft die Frage: Was verstehe ich selbst, wie versteht es auch der andere? Wie bei einem Arzt: Unter Kollegen ist das Medizinchinesisch nützlich, aber die Patienten würde es verunsichern.

CW: Gibt`s da viele hoffnungslose Fälle?

RITTERSHAUS: Praktisch gar keine. Man kann nicht aus jedem einen Obama machen. Aber jeder, der kompliziert denken kann, kann auch für andere vereinfachen, wenn man ihm ein paar Tricks zeigt.

CW: Zum Beispiel?

RITTERSHAUS: Missverständnisse entstehen, weil keiner in den Kopf des anderen hineingucken kann. Damit man nicht aneinander vorbeiredet, empfiehlt sich eine verständliche Grafik oder eine Flipchart-Zeichnung. Dann hat man etwas Gemeinsames, worauf man schaut.

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