Clearing und regionales Roaming

Komplettlösung für Hotspots

18.07.2003
MÜNCHEN (hi) - Unter der Dachmarke "W-Spot" wollen Lancom Systems, Telego und Intel die Einrichtung und Verbreitung von öffentlichen WLANs, also Hotspots, fördern. Hierzu bieten die drei Partner Interessierten eine Out-of-the-Box-Lösung zur Errichtung kleinerer bis mittlerer Hotspots an.

Die Einrichtung öffentlicher WLANs in Hotels oder Gaststätten scheitert meist nicht an der Technik, sondern häufiger an offenen Fragen wie dem Abrechnungssystem oder dem Clearing sowie Roaming. Einstiegshürden, die Lancom Systems aus Würselen, und Telego, Taufkirchen, mit der Hotspot-Komplettlösung W-Spot aus dem Weg räumen wollen.

Aus einer Hand erhalten hier Hoteliers und andere Dienstleister die erforderliche Hardware sowie einen Rahmenvertrag über Hotspot-Serviceleistungen. An Hardware beinhaltet das Paket den "Lancom Wireless L-11 Access-Point", der DSL-Router und WLAN-Zugangsknoten in einem Gerät vereint. Alle Payment-Funktionen wie Abrechnung über Zugangs-Voucher, Kartenzahlung oder Lastschriftverfahren übernimmt Telego für den Hotspot-Anbieter. Ferner unterstützt das Unternehmen den Betreiber mit anderen Dienstleistungen wie dem Druck der Voucherkarten. Lediglich um die DSL-Anbindung des öffentlichen Funknetzes an das Internet muss sich der Hotspot-Betreiber selbst kümmern.

Interessant ist auch das Geschäftsmodell, das hinter W-Spot steht. Im Gegensatz zum österrechischen WLAN-Provider Metronet offeriert Telego-Geschäftsführer Manfred Wolff seinen Kunden die Hotspot-Dienstleistungen nicht kostenlos. Vielmehr hat der Hostspot-Besitzer monatlich eine Bereitstellungsgebühr von 19 Euro zu zahlen. Ein Schritt, zu dem sich Wolff deshalb entschloss, weil es in seinen Augen keinen Sinn gibt, zum Beispiel einem Hotelier kostenlos die Infrastruktur zu stellen, wenn der sie dann gar nicht verwendet. Durch die monatliche Gebühr, so Wolffs Kalkül, hat der Betreiber ein wirtschaftliches Eigeninteresse, für das WLAN zu werben. Zumal der Anbieter vor Ort, grob vereinfacht, von jedem eingenommenen Euro Nutzungsgebühr mindestens 80 Cent erhält. Die restlichen 20 Cent sind quasi die Marge für Telego, die das Unternehmen als WLAN-Service-Provider für Abrechnung, Clearing und Roaming erhält.

Für die WLAN-Benutzer ist das W-Spot-Konzept aus einem anderen Blickwinkel interessant: Mit dem Kauf eines Vouchers erhalten sie die Möglichkeit, diese Login-Daten an allen W-Spot-Lokationen verwenden zu können. Eine Verrechnung von Roaming-Gebühren findet bisher nicht statt.

Allerdings ist es nur eine Frage der Zeit, bis Wolff den Roaming-Verkehr genauer abrechnen muss. Dies dürfte spätestens dann der Fall sein, wenn W-Spot einen der großen Carrier wie Vodafone oder T-Mobile als Roaming-Partner gewinnt und diese Kunden die W-Spots nutzen.