Data Warehouse Appliances

Kommt nach SaaS nun auch die Datenbank zur Miete?

Sascha Alexander ist Manager Marketing & Kommunikation bei der QUNIS GmbH, Neubeuern, die auf Beratung und Projekte in der Business Intelligence, Big Data und Advanced Analytics spezialisiert ist. Zuvor war der Autor als Director Communications bei den Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BARC und PAC tätig. Als ehemaliger Redakteur der COMPUTERWOCHE sowie Gründer und Chefredakteur des Portals und Magazins für Finanzvorstände CFOWORLD verbindet ihn zudem eine lange gemeinsame Zeit mit IDG.
Seine Themenschwerpunkte sind: Business Intelligence, Data Warehousing, Datenmanagement, Big Data, Advanced Analytics und BI Organisation.
Vertica bietet seine Analysedatenbank künftig als Mietservice über Amazons Hosting-Plattform EC2 an. Taktische Lösungen für Business Intelligence und Testumgebungen sollen sich günstiger betreiben lassen.

Vertica Systems zählt zu den neuen Wettbewerbern im Datenbankmarkt, die ihr Angebot ganz auf das Einsatzgebiet Business Intelligence (BI) und Data Warehousing getrimmt haben. Eine spaltenbasierende Datenverwaltung, wie sie auch Sybase oder ParAccel nutzen, soll Ad-hoc-Abfragen schneller beantworten helfen als diese traditionelle Datenbanken können. Seit kurzem lässt sich die gleichnamige Datenbank von Vertica auch über die Infrastruktur "Elastic Compute Cloud infrastructure" (EC2) von Amazon mieten.

Zielgruppe sind vor allem Unternehmen, die schnelle, taktische Analyselösungen für BI aufbauen oder erproben wollen, ohne das System intern betreiben und warten zu wollen. Ein Beispiel wäre die Auswertung von Markt- und Wettbewerbsdaten, um sich kurzfristig eine Überblick zu verschaffen, sagte Andy Ellicott, Senior Director Marketing bei Vertica. Ebenso wäre es denkbar, dass Investoren wie beispielsweise Hedge Fonds, neue Algorithmen zur Auswertung von Börseninformationen auf der Datenbank erproben.

Kostenersparnisse

Vertica hatte seine Datenbank bisher für den Unternehmensinternen Einsatz und als vorkonfigurierte Data-Warehouse-Appliance vertrieben. Mit dem Einstieg ins Mietgeschäft, das als Software-as-a-Service (SaaS) derzeit vor allem auf die externe Nutzung von Anwendungen abzielt, könnte der Hersteller nun eine weitere Kategorie einführen: Database-as-a-Service (DaaS). Diese verspricht erheblich Kostenersparnisse. So richten sich die Gebühren sich laut Vertica nach der verwalteten Datenmenge und beginnen bei 2000 Dollar im Monat für 500 Gigabyte. Ein vergleichbare, unternehmensintern betriebene Lösung würde nach Angaben des Herstellers mit 150 000 Dollar zu Buche schlagen.

Erster Kunde des Mietangebots ist der US-amerikanische Dienstleister Sonian, der seinerseits eine Hosting-Plattform für die E-Mail-Archivierung über EC2 betreibt. Durch die Nutzung des Mietangebots von Vertica will Sonian künftig seinen Kunden auch Auswertungen des gespeicherten Contents anbieten ohne selbst eine Analysedatenbank entwickeln zu müssen. Das kombinierte Angebot sei derzeit noch im Beta-Stadium. Vor allem an der Datenintegration werde noch gearbeitet, hieß es seitens des Dienstleisters.