IT-Battle

Kommt der Router-Zwang auf breiter Front?

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Der Protest von Anwendern, Händlern und Herstellern in Sachen Router-Zwang wurde zumindest gehört. Die Bundesnetzagentur setzte sich in einer formalen Anhörung mit dem Thema auseinander - wie auch unsere Redakteure in der IT-Battle.
Der Router-Zwang, bei dem ein Provider vorschreibt, welcher Router zu verwenden ist, erzürnt viele Anwender.
Der Router-Zwang, bei dem ein Provider vorschreibt, welcher Router zu verwenden ist, erzürnt viele Anwender.
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Ein vom Provider vorgeschriebener Router, zu dem es keine Login-Daten gibt? Dieser Umstand erzürnt viele Anwender und entsprechend heiß wird der Router-Zwang diskutiert. Es gibt aus Sicht der Netzbetreiber aber auch Gründe, die dafür sprechen wie unser "IT-Battle" zwischen Christian Meyer und Jürgen Hill zeigt. Die beiden Redakteure diskutieren das Für und Wider eines Router-Zwangs:

Seit die ersten Provider im Zuge der NGN-Einführung (Next Generation Network) ihren Kunden bestimmte Router mit einer speziellen Firmware-Konfiguration vorschreiben, tobt die Auseinandersetzung um den Router-Zwang. Die Provider verteidigen ihre Maßnahme damit, dass im NGN, mit TV, Telefonie etc auf IP-Basis, nicht mehr die klassische TAE-Dose der Netzabschluss sei, sondern der Router, der die verschiedenen Services erst für den Nutzer verfügbar macht. Zudem senke dies die Support-Kosten, da der Helpdesk bei einer Störung nicht auch noch auf Fehlersuche bei den Geräten von Drittherstellern gehen müsse.

Die Anwender sehen dagegen in diesem Vorgehen einen Verstoß gegen die Netzneutralität. Sie argumentieren, dass die Provider mit der vollständigen Kontrolle über den Router (beim Zwangs-Router erhalten die User häufig keine Zugangsdaten) jederzeit Services sperren könnten. Ferner sei so die Sicherheit nicht gewährleistet. Wer haftet eigentlich - Stichpunkt Störerhaftung - wenn der Provider den Router falsch konfiguriert oder erforderliche Sicherheits-Updates nicht einspielt? Des Weiteren stört sie, dass die Zwangs-Router meist keine zeitnahen Updates erhalten und sie damit nicht die neuesten Features nutzen können.

Als seien diese komplexen Fragen nicht schon genug, bereicherte die Bundesnetzagentur die Diskussion noch um eine neue Komponente: Sie brachte ein Netzabschlussgerät ins Spiel. Dieses soll quasi zwischen Netz (Telefondose, TV-Buchse etc) und Router sitzen. Ein Ansinnen das sowohl Anwender, Hersteller als auch Provider größtenteils ablehnen.

Genügend Zündstoff ist also vorhanden. Wie könnte eine Lösung für Sie aussehen? Ähnlich den Vorschlägen unserer beiden Duellanten im IT-Battle?