Studie zu Glasfasernetzen

Kommt der Ausbau in Deutschland?

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Deloitte beschäftigt sich mit dem Ausbau von Glasfasernetzen in Deutschland. Das Land stehe vor wichtigen Weichenstellungen, meinen die Autoren. Langfristig käme man an Glasfaser nicht vorbei. VDSL sei nur eine „Brückentechnologie“.

In ihrer neuen Marktstudie „Breitband Reloaded: Perspektiven für die Glasfaser in Deutschland“ zeigen die Autoren der Beratungsfirma Deloitte, dass der deutsche Markt noch einige Hürden überwinden muss, wenn es um Breitenangebote über Hochleistungs-Glasfasernetze geht.

Die bestehenden Kupferkabel oder die alternative Netzinfrastruktur der Kabelnetzbetreiber werden derzeit von den meisten Verbrauchern als ausreichend empfunden. Die erwarteten höheren Kosten für einen Glasfaseranschluss begrenzten das Verbraucherinteresse. Auf längere Sicht werde der Aufbau eines Glasfasernetzes allerdings notwendig, meinen die Autoren.

Noch ist den meisten Menschen Glasfaser zu teuer, doch der Breitbandhunger wird wachsen.
Noch ist den meisten Menschen Glasfaser zu teuer, doch der Breitbandhunger wird wachsen.

Erfolgsfaktoren für ein Ausbauszenario wären: Eine klare Ausbaustrategie, Kooperationsmodelle unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen von Regulierungsbehörde und Politik, die gezielte Nutzung von Synergien etwa mit Energieversorgern sowie die Erschließung zusätzlicher Einnahmepotenziale, zum Beispiel durch attraktive Content-Angebote.

„In Deutschland zeigen sich beim Thema Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetze zwei gegenläufige Entwicklungen“, sagt Andreas Gentner, Partner und und Telekommunikationsexperte bei Deloitte. „Zum einen wird sich der Bandbreitenbedarf in den kommenden drei Jahren mehr als verdoppeln. Ausschlaggebend seien insbesondere Videoanwendungen und Cloud Services. Zum anderen aber wollen die deutschen Verbraucher nicht tiefer in ihre Taschen greifen.“

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