IT Solutions and Services (SIS)

Kollatz geht, Oecking übernimmt

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Mission erfüllt: Christoph Kollatz hat Siemens IT Solutions and Services (SIS) saniert. Nun überlässt Siemens den Dienstleister in die Eigenständigkeit.
Christoph Kollatz, SIS, hat das Unternehmen verlassen.
Christoph Kollatz, SIS, hat das Unternehmen verlassen.
Foto: Redaktion COMPUTERWOCHE

Kollatz macht den Weg sofort frei. Christian Oecking, als Leiter der Business Unit Global Operations quasi der Outsourcing-Chef, übernimmt die Leitung von SIS kommissarisch. Ob er dem Unternehmen dauerhaft vorsteht, ist fraglich. Man suche sowohl intern als auch extern nach einem Nachfolger von Kollatz, teilte SIS auf Anfrage mit.

"Mit der Entscheidung, die Funktion des CEO von Siemens IT Solutions and Services aufzugeben, mache ich Platz für die vorgesehene Neuausrichtung", ließ Kollatz in einer Pressemiteilung verbreiten. Hintergrund ist die Ankündigung des Siemens-Managements, zum Juli 2010 SIS komplett auszugliedern und zunächst als eigenständiges Unternehmen im Siemens-Konzern zu führen. Finanzchef Joe Kaeser hatte auf der Jahrespressekonferenz von Siemens gesagt, man wolle für SIS alle Optionen prüfen, also auch Partnerschaften und Börsengang. Zeitungsberichten zufolge stand Kollatz der Neuausrichtung kritisch gegenüber.

Christian Oecking leitet SIS nun kommissarisch. Ein Nachfolger für Kollatz werde sowohl intern als auch extern gesucht, teilte das Unternehmen mit.
Christian Oecking leitet SIS nun kommissarisch. Ein Nachfolger für Kollatz werde sowohl intern als auch extern gesucht, teilte das Unternehmen mit.
Foto: SIS

Kollatz kam im September 2005 zur dauerhaft kriselnden SIS (damals noch Siemens Business Services, SBS). Er führte die IT-Tochter in ruhige Fahrwasser und erfüllte die Margenvorgaben des Konzerns. Zudem richtete er SIS streng an den Bedürfnissen des größten Kunden, der Siemens AG, aus. Als ergänzende Einnahmequelle förderte er die Geschäfte mit Kunden des Siemens-Konzerns. "Das war auch gut so und ist erfolgreich verlaufen", weiß Christophe Chalons, Chief-Analyst bei PAC. Auch er sieht einen Zusammenhang zur Neuausrichtung. "Jahrelang hat Kollatz die Nähe zu Siemens und den Kunden des Konzern betont, nun ist es konsequent, dass er die Leitung abgibt." Mit der starken Konzentration auf das Geschäft im Umfeld von Siemens-Kunden seien Neukundenabschlüsse im Drittmarkt vernachlässigt worden. In den vergangenen Monaten, so Chalons, habe SIS wieder verstärkt in den Vertrieb investiert.

Eine SIS-Sprecherin bestätigte die gestiegenen Investitionen in den Vertrieb dies nicht. Das externe Geschäft sei seit jeher strategischer Bestandteil der SIS-Ausrichtung, teilte sie mit. Dennoch: SIS ist in den vergangenen Jahren kaum mit Neuabschlüssen im Drittmarkt in Erscheinung getreten. Offensichtlich ist, dass sich das ändern muss. Mit der künftigen Eigenständigkeit ist SIS stärker als bislang zum Erfolg im Drittmarkt verpflichtet.