Energie und CO2 sparen ab 2012

Köln baut neues Rechenzentrum

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Mit modernen Kältemaschinen, indirekter freier Kühlung und konsequenter Kaltgang/-Warmgangtrennung wollen die Kölner den Energieaufwand in ihrem neuen Rechenzentrum stark senken. Auch die Strom- und Notstrominfrastruktur setzt auf neueste Technik.

Die Stadt Köln setzt auf grüne Rechenzentren. Die Verantwortlichen wollen dadurch viel Energie einsparen und gleichzeitig die Umwelt entlasten. Nach einer europaweiten Ausschreibung soll noch in diesem Frühjahr mit der rund einjährigen Bauphase im Stadthaus Köln Chorweiler begonnen werden. In einer dreimonatigen Migrationsphase sollen die Systeme dann von den bestehenden Rechenzentren in die neuen Räume umziehen. Anschließend sollen die letzten Räume fertig gestellt werden, so dass das neue grüne Rechenzentrum der Stadt vollständig im Frühjahr 2012 arbeiten wird.

Derzeit betreibt das Amt für Informationsverarbeitung der Stadtverwaltung noch zwei Rechenzentren an zwei verschiedenen Standorten. Das ältere der beiden in Köln Chorweiler wird bereits seit 20 Jahren genutzt. Ende der 80er Jahre wurde es für den Betrieb von Großrechenanlagen gebaut. Entsprechend wurden die Räume ausgerichtet für große und schwere Datenverarbeitungssysteme der damaligen Zeit.

Das Kölner Projekt für die umfassende Erneuerung sieht vor, den Energieverbrauch für die IT-Systeme, die Klimatisierung und die Notstromversorgung massiv zu senken. Vor allem bei der Klimatisierung lässt sich viel Energie einsparen, betonen die IT-Verantwortlichen des Amtes.

Bereits heute herrschen in den Rechenzentren der Stadt vergleichsweise hohe 26 Grad Celsius, während die meisten anderen im Schnitt mit 21 Grad Celsius betrieben werden. Diese Differenz summiere sich schon heute auf eine Einsparung zwischen 20 und 30 Prozent. Im neuen Rechenzentrum ist eine indirekte freie Kühlung geplant, die für die Kühlung die vorhandene kalte Außenluft nutzt. Sollte dies nicht ausreichen, stehen Kompressionskältemaschinen bereit. Der Übergang soll dabei gleitend erfolgen.