Patente

Kodak verklagt Apple und RIM

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Angesichts seines schwierigen Umbaus zu einem digitalen Unternehmen besinnt sich Kodak zunehmend auf sein umfangreiches Patentportfolio. Das bekommen aktuell Apple und RIM zu spüren.

Kodak hat die beiden Smartphone-Anbieter ("iPhone", "BlackBerry") verklagt und gegen beide Firmen eine Beschwerde bei der US-Außenhandelsaufsicht ITC (International Trade Commission eingereicht. Der Vorwurf: Apple und RIM sollen mit ihren Geräten gegen Kodak-Patente im Bereich Digital Imaging verstoßen. Konkret geht es dabei um Funktionen zur Vorschau von Bildern. Kodak tut das mit breiter Brust - es hat gerade erst die beiden koreanischen Handybauer Samsung und LG erfolgreich zu Lizenzzahlungen genötigt, wie das "Wall Street Journal" berichtet.

Angesichts seines rückläufigen traditionellen Geschäfts mit Filmen und Fotoentwicklung hat sich Kodak zum Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren 250 bis 350 Millionen Dollar jährlich über die Lizenzierung seines geistigen Eigentums einzunehmen.

Apple und RIM wollten die Klagen dem Wirtschaftsblatt gegenüber nicht kommentieren. Laut Laura Quatela, Chief Intellectual Property Officer von Kodak, hat das Unternehmen "seit Jahren" versucht, sich gütlich mit den beiden Beklagten zu einigen. Nach Angaben von Kodak haben bislang rund 30 Firmen seine Digital-Imaging-Techniken in Lizenz genommen, darunter verschiedenen führende Anbieter von Mobilgeräten.

Apple und RIM, die beide ordentlich Geld haben und Geräte mit hunderten von Komponenten bauen, sind ein beliebtes Ziel von Patentklagen. Apple beispielsweise sieht sich derzeit auch mit einer breit angelegten Klage des finnischen Handy-Weltmarktführers Nokia konfrontiert.