Insolventer Fotopionier

Kodak rechnet mit Neustart Mitte des Jahres

24.01.2013
Der insolvente Fotopionier Kodak steht vor einem Neustart als Druckspezialist.

Nachdem ein Insolvenzrichter den überlebenswichtigen Finanzierungsplan abgesegnet hat, will die Traditionsfirma nun Mitte des Jahres die Insolvenz hinter sich lassen. Dabei bleiben allerdings Tausende Mitarbeiter auf der Strecke.

Kodak mache große Fortschritte beim Umbau, erklärte Firmenchef Antonio Perez am Mittwoch (Ortszeit) am Firmensitz in Rochester im US-Bundesstaat New York. Statt der hart umkämpften Fotografie sieht der Konzern seine Zukunft in Drucklösungen für Geschäftskunden.

Die Kodak-Zentrale in Rochster, New York, im Jahr 1900
Die Kodak-Zentrale in Rochster, New York, im Jahr 1900
Foto: Detroit Publishing Company

Kodak hatte die klassische Fotografie entscheidend geprägt, kam aber nicht mit dem Wandel zu digitalen Bildern klar. Nach hohen Verlusten rutschte der Fotopionier vor einem Jahr in die Insolvenz. Im Zuge der Sanierung wurden große Geschäftsbereiche abgestoßen. Im einstigen Kerngeschäft ist Kodak damit kaum noch vertreten.

Zuletzt hatte Kodak auch noch für mehr als eine halbe Milliarde Dollar seine Digitalfoto-Patente an ein Konsortium aus IT-Schwergewichten wie Apple, Google und Samsung verkauft. Zusammen mit zugesagten Bankkrediten über mehr als 800 Millionen Dollar ist Kodak damit flüssig genug für einen Neuanfang.

Richter Allan Gropper vom Bezirksgericht in Manhattan stimmte dem Finanzierungsplan des Managements zu. Sein Okay war notwendig, weil Gläubiger von Kodak gleichzeitig auf Forderungen verzichten müssen. Zudem sollten alleine im vergangenen Jahr 3900 Jobs wegfallen und damit etwa jede vierte Stelle. (dpa/tc)

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