Neue Applikationen fördern mobilen Werbemarkt

Klick mich an: Werbung am Handy nervt Verbraucher

04.04.2008
Von pte pte
Unternehmen versprechen sich viel von Handy-Werbung. Viele Kunden haben den Kanal jedoch voll.

Werbung am Handy wird die weltweite Marketing-Landschaft in Zukunft deutlich prägnanter zeichnen als bisher. Branchenvertreter der Top-Telekommunikationskonzerne und Werbespezialisten kommen im Rahmen der diesjährigen Mobilfunkschau CTIA Wireless in Las Vegas zu dieser vorherrschenden und einhelligen Ansicht. US-amerikanische Konsumenten seien nach einigen für die Handy-Werbung trockenen Jahren mobilen Anzeigen gegenüber aufgeschlossener und toleranter, lautet der Tenor. Damit wäre einer der größten Märkte für Mobilfunk auf die Einblendungen am Mobiltelefon vorbereitet. Im Gegensatz dazu lehnt die Mehrheit der deutschen Verbraucher die oftmals unerwünschte Kommunikationsform weiterhin ab, wie das Marktforschungsinstitut Imas International analysiert.

"Bisher hielt sich das Ausmaß von Werbung am Handy in Deutschland noch in Grenzen. Dass der Stör- und Nervfaktor der Handy-Werbung zunimmt hängt damit zusammen, dass auch das Werbevolumen deutlich gesteigert wurde", erklärt Niels Wettemann, Senior Project Manager bei Imas International, im Gespräch mit pressetext. Trifft der Rezipient auf Außenwerbung wie beispielsweise Plakate, kann dieser selbst bestimmen, ob und wie lange er sich der Werbung aussetzt. Fernsehspots müssen hingegen auch unerwünscht ertragen werden, während sich dem Konsumenten vor Werbung am Handy überhaupt kein Fluchtweg mehr bietet. "Die Werbeformen werden als nervig empfunden, da der Nutzer gezwungenermaßen darauf reagieren muss und sich nicht dagegen erwehren kann", erläutert der Experte. Satte 72 Prozent der deutschen Handy-Nutzer würden den Werbekanal für störend halten.

Neue Applikationen wie beispielsweise Handy-Browser, die die Nutzung des mobilen Internets unterstützen, fördern auch den dortigen Werbemarkt zusätzlich. "Die Marken geben deutlich mehr in dem Bereich aus, weil die Mobilität einen Dialog zulässt", verweist Laura Marriott, Präsidentin der Handelsgruppe Mobile Marketing Association, im Rahmen der CTIA Wireless auf das rapide Wachstum der Branche. Trotzdem erweist sich der Markt derzeit auch in den USA noch als relativ klein. Rund 200 Millionen Internetnutzern stehen hier lediglich 37 Millionen Mobil-Surfer gegenüber. Der einsetzende direkte Support des Webs durch Werbung am Handy trage aber zu einer höheren Akzeptanz unter den Verbrauchern bei. "Das generelle Wachstum von Außenwerbung führt auch zu einer Zunahme der allgemeinen Frustration. Schließlich wird der Konsument mittlerweile regelrecht bis auf die Toilette von Werbung verfolgt", entgegnet Wettemann abschließend. (pte)