Web

 

Klick-Flaute bedroht Internetwerbung

27.02.2008
Von pte pte
Die Online-Werbung hat ihr Wachstumspotenzial in manchen Regionen offenbar schon ausgeschöpft. Glaubt man dem aktuellen Bericht des Marktforschungsunternehmens comScore http://www.comscore.com könnten sich abflauende Klickraten seitens der Nutzer stärker auf das Werbesegment auswirken, als bislang angenommen. Im Januar waren die bezahlten Klickraten bei dem Branchenriesen Google erstmals rückläufig, wie aus der Erhebung hervorgeht. Nach Bekanntgabe der Daten gab auch die Google-Aktie um acht Prozent nach. Einige Experten sprechen nun bereits vom Ende des Online-Werbebooms. Andere wiederum beurteilen die Ergebnisse als Folge der allgemeinen Konjunkturschwäche, die auch Auswirkungen auf das Internetgeschäft zeigt, berichtet das Wall Street Journal.

Die comScore-Daten zeigen von Dezember auf Januar einen Rückgang von sieben Prozent bei den Klicks auf bezahlte Google-Anzeigen. Im Vergleich zu Januar 2007 ergab sich ein Minus von 0,3 Prozent. Bislang waren Quartalszuwächse von rund 25 Prozent üblich, womit eine Abschwächung des Wachstums erreicht zu sein scheint. Google selbst veröffentlicht keine Klickraten und hat das comScore-Ergebnis bislang auch nicht kommentiert. Sollten die Zahlen aber tatsächlich zutreffen, so wäre dies laut Meinung einiger Analysten ein herber Schlag für den Suchmaschinenriesen.

Eine echte Bedrohung für die Online-Werbung sieht man hierzulande jedenfalls nicht. "Im vergangenen Jahr verzeichnete der Gesamtwerbemarkt ein Plus von sieben Prozent, die Internetwerbung legte um 77 Prozent zu. In Deutschland entfielen 2007 acht Prozent, in Österreich zwei Prozent des Gesamtwerbekuchens auf den Bereich Online", erläutert Max Palla, Präsident der International Advertising Association in Österreich (IAA) http://www.iaaat.org , gegenüber pressetext. Selbst wenn Online-Werbung in den entwickelten Märkten um 25 Prozent zurückginge, sei beispielsweise in Österreich immer noch ein Wachstum um 200 Prozent zu erwarten, um an die internationalen Werte anzuschließen, so Palla weiter.

Im Unterschied zu den Vereinigten Staaten ist die Breitbandpenetration hierzulande bereits deutlich höher, die Internetwerbung aber noch nicht wirklich entwickelt. "Wir erwarten daher nach unseren Umfragen in der Branche das stärkste Wachstum erst in den nächsten zwei bis drei Jahren", erklärt der IAA-Präsident. Die Rückgänge bei Google führen die meisten Branchenkenner auf die derzeit schwache US-Wirtschaft zurück. Laut Analyst John Aiken schränken derzeit vor allem kleine und mittlere Unternehmen ihre Online-Werbebudgets ein, da sich die daraus resultierenden Umsätze negativ entwickeln. (pte)