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Klez bleibt der Wurm Nummer 1

03.09.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Internet-Wurm "Klez" hält sich weiterhin hartnäckig auf dem Spitzenplatz der Viren-Top-Listen. Den Experten von Kaspersky Labs zufolge wurden im August rund 76 Prozent aller von Viren heimgesuchten Rechner von einer Klez-Variante (A bis H) befallen. Wie bereits im Juli war die Variante "H" die aktivste. Sie befiel 17 Prozent aller infizierten PCs, melden die Spezialisten von Sophos.

Die Urvariante des Wurms, der sich über das Adressbuch von Outlook und Outlook Express sowie den Messenger "ICQ" verbreitet, ist im März dieses Jahres aufgetaucht und hat binnen kurzer Zeit den damaligen Spitzenreiter "Sircam" abgelöst. Seitdem schlängeln sich immer wieder neue Varianten durch die Netze und infizieren in kurzer Zeit sehr viele Systeme. Möglich ist das, weil sich Klez gut tarnt, sagen die Experten. Verseuchte Mails lassen sich zum Beispiel kaum an der Betreffzeile erkennen, weil sich diese laufend ändert.

Auf Platz zwei führen die Experten den Wurm "Lentin", der auch unter der Bezeichnung "W32/Yaha" geführt wird. Er verseuchte knapp 22 Prozent aller von Viren betroffenen Rechner. Auf dem dritten Rang hat sich mit knapp einem halben Prozent Verbreitung der als Tschernobyl-Virus bekannte "Win95.CIH" eingefunden. Der Wurm tauchte 1998 zum ersten Mal auf und war der erste Schädling, der auch die Hardware des Rechners in Mitleidenschaft zieht. Er überschreibt Flash-Bios-Komponenten mit Datenmüll, so dass sich befallene PCs nicht mehr starten lassen. Außerdem zerstört er Daten auf der Festplatte. Der noch im Juli auf Platz vier geführte Wurm "Fretham", der in verseuchten E-Mails den Zugang zu wichtigen Passwörtern verspricht, ist anscheinend weitgehend eliminiert. Er wird nicht mehr in den Top-Listen geführt. (lex)