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Kleinere Kommunen sollen DSL-Ausbau der Telekom mitbezahlen

07.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Deutsche Telekom will kleinere Städte und Gemeinden dazu bringen, den Ausbau des Telefonnetzes für schnelle Internet-Anschlüsse mitzufinanzieren. Sollte ein DSL-Ausbau unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht realisierbar sein, dann sollten die Gemeinden einen Investitionsbeitrag beisteuern, sagte ein Sprecher der Festnetzsparte T-Com am Mittwoch in Bonn und bestätigte damit einen Vorabbericht der "Wirtschaftswoche".

T-Com-Chef Walter Raizner will durch die finanzielle Zusammenarbeit den Ausbau des DSL-Netzes in strukturschwachen Regionen beschleunigen. Der veranschlagte Investitionszuschuss sei von Fall zu Fall verschieden hoch, sagte der Sprecher. Nach Angaben aus Branchenkreisen hat als erste Gemeinde Gorleben in Niedersachsen einen entsprechenden Vertrag mit der Telekom unterzeichnet.

Der eco Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V.hat die T-Com-Pläne in einer Stellungnahme bereits "aufs schärfste verurteilt". eco-Geschäftsführer Harald Summa bezeichnetees als "Schlag ins Gesicht des freien und fairen Wettbewerbs, wenn die T-Com hier quasi im stillen Kämmerlein betroffenen Kommunen eine Finanzierung aufzwängt". Andere Anbieter investierten in der Regel bei Neuerschließungen einen erheblichen Anteil des Umsatzes wieder in den weiteren Ausbau. Die Summe von 200 Millionen Euro, die die T-Com verkündet habe, sei im Verhältnis zum Umsatz "verschwindend gering". Angesichts dessen sei der Aufruf an die Kommunen zur Mitfinanzierung "der Gipfel der Unverschämtheit". Erneut zahle der Steuerzahler das Netzmonopol und die Telekom vermiete es dann teuer an die Wettbewerber. (tc)