IT intim - Die Sorgen der CIOs

Kleine SAP-Lösung für Auslandstöchter

15.12.2009
SAP-Software international einzuführen ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Wie bekommen Sie die in den Griff?
Egmont Foth, CIO, Fischerwerke
Egmont Foth, CIO, Fischerwerke

Die SAP-Einführung auf internationaler Ebene nimmt uns tatsächlich stark in Anspruch. Gegenwärtig findet die Produktivsetzung in unserer größten Auslandsgesellschaft in Italien statt. Außerdem haben wir für neu gegründete Tochtergesellschaften im Ausland eine "kleine SAP-Lösung" entwickelt: Im Gegensatz zur vollständigen SAP-Installation handelt es sich um ein restriktives, strikt standardisiertes Einstiegssystem, das sich sehr schnell und kostengünstig einführen lässt. Ein weiterer Vorteil ist die einfache Bedienbarkeit.

Insgesamt wollen wir die Internationalisierung fortführen und weltweit unsere Prozesse, Datenstrukturen und Informationssysteme harmonisieren. Eine weitere Aufgabe von strategischer Bedeutung ist jedoch das Business-Process-Management. Wir wollen die Geschäftsprozesse gemeinsam mit den Fachbereichen kontinuierlich verbessern. Zu diesem Zweck haben wir unter anderem eine Arbeitsgruppe aus Führungskräften sowie Experten der Fachbereiche - einschließlich mir als CIO - gebildet. Ihr Ziel ist es, die Exportprozesse so zu optimieren, dass die von unseren Kunden gewünschten Liefertermine sicher eingehalten werden. Solche Maßnahmen lohnen sich: Bislang konnten wir im zu Ende gehenden Jahr fast 50 Geschäftsprozess-Verbesserungen erreichen.

Eine Herausforderung ist die laufende Optimierung in unserem Service-Desk. Wegen der unterschiedlichen Zeitzonen, der abweichenden Feiertage und der Sonntagsarbeit in einigen Ländern ist eine Erreichbarkeit für die Auslandsgesellschaften rund um die Uhr schwer umzusetzen. Gegenwärtig ist ein externer Dienstleister hier keine Lösung. Er kennt unsere Prozesse nicht so gut, dass er alle Fragen beantworten könnte. Auch ein Schichtdienst wäre nicht das Richtige. Die wenigen Anrufe, die sonntags aus Dubai oder nachts aus anderen Zeitzonen eingehen, lasten keinen Mitarbeiter aus. Vor diesem Hintergrund kommt für den Service-Desk derzeit nur eine telefonische Rufbereitschaft in Frage.