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Klage gegen Intershop erhoben

05.02.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Jenaer Anwalt Said Kuhlig hat beim Landgericht Hamburg Klage gegen die Softwarefirma Intershop AG eingereicht.

Er ist der Auffassung, die Anleger seien "bewusst getäuscht" worden. In zwei Ad-hoc-Mitteilungen und einem Fernsehinterview vom Oktober 2000 seien die Umsatz- und Ergebnisprognosen höher veranschlagt worden, als sie später tatsächlich ausfielen. Weil das US-Geschäft einbrach, musste Intershop statt der angepeilten "schwarzen Null" einen Verlust von 39,3 Millionen Euro verzeichnen. Das Management hätte diese Entwicklung absehen können, so Kuhlig.

Der bei Intershop für Investor-Relations zuständige John Lange bestritt die Vorwürfe. Intershop liege keine Klage vor, das Unternehmen rechne für das dritte Quartal 2000 mit einer Verdreifachung des Umsatzes. Bereits im Januar hatte die auf Kapitalanlagerecht spezialisierte Kanzlei Tilp & Kälberer begonnen, wegen Schadenersatzforderungen der Aktionäre gegen Intershop vorzugehen. (Computerwoche online berichtete) Hintergrund war der überraschende Kursverfall der Aktie nach einer unerwarteten Gewinnwarnung.