E3

Kinderleichte Steuerungen sind Highlight auf Spielemesse

04.06.2009
Die Computerspiele-Messe E3 in Los Angeles hat in dieser Woche mit exklusiven Ankündigungen der drei großen Videospiel- und Konsolen-Hersteller den Sprung zurück zu alter Größe gewagt und wieder an alte Besucherrekorde angeknüpft.

Für ihre Neuheiten-Shows lockten die Hersteller die E3-Besucher mit Hollywood-Stars wie dem Filmemacher und Videospielenthusiasten Steven Spielberg. Einst war die amerikanische Leitmesse mit bis zu 60.000 Besuchern das Mekka der Videospieler, rutschte allerdings über die Jahre mit zum Schluss gerade einmal 3500 Besuchern in stetigem Sog fast in die Bedeutungslosigkeit ab.

Microsoft hatte für seine E3-Pressekonferenz sogar Steven Spielberg aufgefahren.
Microsoft hatte für seine E3-Pressekonferenz sogar Steven Spielberg aufgefahren.

In dieser Woche (2. bis 4. Juni) drehte sich auf der E3 alles um neue Steuerungsmöglichkeiten von Spielekonsolen. Steven Spielberg persönlich stellte für Microsoft jenes kleine Gerät vor, das Videospielen zu einem völlig neuen Erlebnis werden lassen soll. "60 Prozent der amerikanischen Haushalte haben noch keine Videospielkonsole", sagte der Regisseur. Für diese Haushalte müsse die Technik zum Spielen unsichtbar werden. "Die größte Hürde beim Videospielen ist immer noch die Bedienung." Und genau diese Hürde überwinde das "Project Natal" getaufte Kamera-System für Microsofts Xbox 360.

Mit Hilfe einer besonderen 3-D-Kamera kann der Spieler mit seiner Körperbewegung, seiner Position im Raum und seiner Stimme Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen - ohne ein zusätzliches Steuergerät zu nutzen. "Projekt Natal ist nichts anderes als eine sehr intuitive Steuermöglichkeit für die aktuelle Konsolengeneration von Microsoft", erklärte Shane Kim, Corporate Vice Präsident für Strategie und Geschäftsentwicklung bei Microsoft, der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Der japanische Spielespezialist Nintendo setzte hingegen auf die Erweiterung des bestehenden Spiele-Repertoires. Das oberste Ziel sei es, den anhaltenden Erfolg von Nintendos Konsolen Wii und Nintendo DSi in neuen Zielgruppen fortzusetzen, sagte Satoru Iwata, Präsident von Nintendo. Mittels eines kleinen Adapters, der an die Wii-Fernbedienung Wiimote angeschlossen wird, sei es in Zukunft möglich, erheblich genauer den Spieler vor dem Fernseher zu erfassen. Angekündigt wurden eigens dafür ein neues Wii-Sport Spiel "Wii Resort", das die Fähigkeiten der besseren Bewegungserkennung unterstützen soll.

Auch weitere exklusive Titel für die erfolgreiche Wii-Konsole kündigte Nintendo an, darunter eine Fortsetzung des Titels "Super Mario Galaxy" und für die fitnessbegeisterten Wii-Benutzer eine Erweiterung des Spiels "Wii Fit". Auf wirkliche Innovationen warteten die Besucher der Pressekonferenz jedoch vergeblich und sorgten unter den Nintendo-Fans für Enttäuschung. Einzig der von Iwata angekündigte Pulsmesser für die Wii-Konsole sorgte für eine kurze Aufregung. Das Gerät zeichne die Körperreaktionen der Spieler auf und sorge damit für entspannteres Spielgefühl, so Iwata.

Auch Sony kündigte auf der diesjährigen E3 einen neuartigen, bewegungssensitiven Controller für die Playstation 3 zur Steuerung von Videospielen an. Der von Sony präsentierte Prototyp besteht aus einem Stab mit rot leuchtender Spitze und einigen Steuerknöpfen. Das bis jetzt noch namenlose Gerät, das voraussichtlich im Frühjahr 2010 auf den Markt kommen soll, funktioniert ähnlich wie eine Wii-Fernbedienung und ermöglicht mehr Interaktivität im Spiel durch die Positionsbestimmung des Spielers im Raum. Sony erwarte, damit weiter neue Zielgruppen für Konsolenspiele zu gewinnen, sagte Jack Tretton, Vorstandsvorsitzender von Sony USA.

Als ein weiteres Highlight hatte Sony ursprünglich die Präsentation der neuen mobilen Spielekonsole PSP Go geplant. Doch eine ungewollte Vorabveröffentlichung von Bildern des PSP-Nachfolgemodells hatte Tretton den Wind aus den Segeln genommen. Die PSP Go ist um 50 Prozent schmaler und um 40 Prozent leichter als ihre Vorgängerin und verfügt über eine ausziehbare Bedien-Plattform.

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