Versuch einer rationalen Entscheidung:

Kienzle-Dialogsysteme in Bayerischen Staatsoberkassen

23.11.1979

MÜNCHEN (CW) - Das Bayerische Staatsministerium der Finanzen entschied sich, bis Ende 1980 in den sieben Staatsoberkassen acht Kienzle-Dialogsysteme 9066 zu installieren. Der Entschluß für diesen Hersteller fiel nach Angaben von Dr. Werner Böhme, Ministerialrat und EDV-Referent im Bayerischen Finanzministerium, nach Bench-Market-Test und Bewertungskatalog, in dem die Hardware 40 Prozent der Punkte, die Software den gleichen Satz und übrige Kriterien, vor allem der Kundendienst, einen Anteil von 20 Prozent erhielten.

Sechs Staatsoberkassen erhalten für Zahlungsverkehr, Buchführung und Abschlüsse als Ersatz für die Magnetkontensysteme von Triumph/Adler Anlagen mit Magnetplattenspeicher (90 MB), Magnetband, Matrixdrucker sowie je nach Größe der Kasse, bis zu sechs Bildschirmen, für Datenerfassung und -abfrage. Für die Staatsoberkasse München werden mit Rücksicht auf die große Datenmenge und die dort an zwei Bildschirmen zentral durchzuführende Programmierung und Programmpflege zwei Systeme mit 180 MB Magnetplattenspeicher, Magnetband, Zeilendrucker und bis zu 16 Bildschirmen für die Erfassung von Daten und Auskünften eingesetzt. Die Systeme arbeiten autonom, lediglich die Tagesabschlüsse, die vorerst noch in monatlichen Zeiträumen auf Band, dann über Wählleitungen an das Rechenzentrum geliefert und dort von den beiden Siemens 7.738 bearbeitet werden, stellen einen Verbund her. Im Frühjahr 1980, so Böhme, werde einer der beiden-Großrechner gegen eine 7.760 ausgetauscht.

Wie vwd meldet, sind in den letzten Jahren in der Bundesrepublik über 1000 Kienzle-Datensysteme im Kommunalbereich installiert worden. Bei kleinen und mittleren Krankenhausverwaltungen belief sich die Zahl der Installationen im Inland auf 150.

Anfang 1980 soll einer Mitteilung der Kienzle Apparate GmbH, Villingen, mit dem Parallelbetrieb bei der Staatsoberkasse Landshut begonnen werden. Die ersten Systeme werden gemietet. Falls sie sich, so Böhme, "sehr gut" bewähren werden sie gekauft, unter Anrechnung des Restwertes der ersten Installationen.

Die spanische Sozialversicherung hat Datensysteme dieses Herstellers mit einem Installationswert von rund 27 Millionen Mark im Einsatz, die japanische Medical Insurance Co. (Tokio) arbeitet mit 170 Anlagen. Die französische Sozialversicherung hat rund 300 dieser Datensysteme eingesetzt. In der Druckbranche waren zum 1. Oktober 1979 insgesamt 156 Anlagen installiert.