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Kevin Mitnick ist bald rehabilitiert

30.12.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Kevin Mitnick, der jahrelang als meistgesuchter Computerverbrecher der USA galt und wegen Einbrüchen in die Netze von unter anderem Motorola, Novell, Nokia, Sun und der der University of Southern California fünf Jahre hinter Gittern saß, wird von der US-Justiz offenbar allmählich als geläutert betrachtet. Darauf deutet zumindest die Tatsache hin, dass der 39-Jährige Anfang der Woche seine HAM-Radio-Lizenz (Amateurfunk) zurückerhielt. "Es gibt vertrauenswürdige Anzeichen dafür, dass Mitnick sich darauf fokussiert, ein ehrlicher, produktiver Bürger zu werden", schrieb der FCC-Verwaltungsrichter Richard Sippel in seiner Begründung. Mitnick hatte die Erneuerung seiner HAM-Lizenz noch 1999 im Gefängnis beantragt und musste dafür nach eigenen Angaben rund 16.000 Dollar Gerichtskosten investieren (üblicherweise kostet die Erneuerung nichts).

Mitnick ist seit dem Jahr 2000 wieder auf freiem Fuß. Er darf seit einiger Zeit wieder per Handy telefonieren und erhielt im vergangenen Jahr auch die Erlaubnis, auf einem PC ohne Internet-Anschluss das Manuskript für sein Buch "The Art of Deception" zu verfassen, in dem er das so genannte Social Engineering beschreibt, das Erlangen von Zugangsinformationen zu Computernetzen ohne technische Hilfsmittel.

Am 20. Januar 2003 endet Mitnicks Bewährungszeit. Dann darf er sich Hoffnung machen, auch wieder einen Internet-Zugang zu nutzen - dafür ist allerdings eine Genehmigung der Regierung vonnöten. Der einstige Superhacker will sich nach eigenen Angaben mit einer Firma für IT-Sicherheitsberatung selbstständig machen. (tc)