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Kelly Misses Vlog, Rocket Beans und Gronkh geehrt

15.06.2015
Online-Videos werden immer professioneller und beliebter, das zeigen auch die Sieger beim Webvideopreis 2015. Sie erreichen mit ihren Produktionen Hunderttausende Zuschauer.

Ein aufwendiger Animationsfilm, Comedy-Clips und Alltagsgeschichten sind beim fünften Webvideopreis in Düsseldorf zu den besten Internet-Videos gekürt worden. Video des Jahres wurde der animierte Film "Tubeclash", in dem Videomacher als Comicfiguren gegeneinander antreten, von YouTube-Star "darkviktory", der als Sieger in drei von 20 Kategorien der große Gewinner des Abends war.

Erstmals übertrug die ARD die Verleihung live im Fernsehen - und zwar bei EinsPlus. Moderator war Christian Ulmen. Stars wie Komiker Otto, Sängerin Lena oder die Schauspielerin Sophia Thomalla traten bei der Gala am Samstag auf.

Christian Ulmen moderierte den erstmals auch live im TV gezeigten Webvideopreis 2015.
Christian Ulmen moderierte den erstmals auch live im TV gezeigten Webvideopreis 2015.
Foto: Webvideopreis

Als weibliche "Person des Jahres" (Person of the year - Female) wurde Kelly Svirakova alias YouTuberin Kelly Misses Vlog ausgezeichnet. Sie nimmt ihre Zuschauer in quirligen Videos mit durch ihren Alltag. Mehr als 800.000 Menschen haben ihre Videos auf YouTube abonniert, einzelne Clips kommen auf mehr als eine Million Abrufe.

In der Kategorie "Person of the year - Male" gewann die Gruppe Rocket Beans TV, die in ihren Videos unter anderem gegeneinander Scharade spielt. Andere ausgezeichnete Filme nehmen Werbung aufs Korn ("Wenn Werbung ehrlich wäre") oder zeigen, wie ein Hip-Hop-Song entsteht.

Den Ehrenpreis bekam der Spieleblogger Gronkh. Mit mehr als 3,6 Millionen Abonnenten auf YouTube zählt er zu den Superstars der deutschsprachigen Webvideo-Szene.

Gronkh und Christian Ulmen auf der Bühne
Gronkh und Christian Ulmen auf der Bühne
Foto: Webvideopreis

Auf der Bühne in Düsseldorf standen auch bekannte Web-Promis wie die YouTuber Daaruum, Fabian Siegismund und David Hain oder Phil von Y-Titty. Die Schauspielerin Sophia Thomalla und die YouTuberin Dagi Bee machten bei der Verleihung ein Selfie.

Auch wenn viele der Gewinner vor allem über Googles Videoplattform YouTube bekannt sind, ist der Webvideopreis eine unabhängige Auszeichnung. Fans konnten online über die Gewinner mitabstimmen. Vergangenes Jahr nahmen daran 1,6 Millionen Menschen teil, wie es hieß.

Markus Hündgen, Mitveranstalter des Webvideopreises, lobte die ausgezeichnete Produktion "Tubeclash": "Man denkt, da ist ein ganzes Team dahinter, dabei sind es nur einige Leute", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist ein sehr schönes Beispiel dafür, wo Webvideo mittlerweile angekommen ist."

Die Szene werde immer professioneller, sagte Hündgen. Mit dem Erfolg steigen auch die Verdienstmöglichkeiten der Netz-Stars. "Das ist mittlerweile nach oben offen." Ein Trend sei, dass YouTuber auf Tour gehen und Musik herausbringen, sagte Hündgen, der die Szene seit Jahren beobachtet.

Mit der Aufmerksamkeit kommt auch Kritik: YouTubern wurde Schleichwerbung und uninformierte Berichterstattung vorgeworfen. Für Hündgen zählt das zu den Wachstumsschmerzen: "Da muss sich noch einiges zurechtruckeln", sagte er. "Kritik ist prinzipiell nichts Schlechtes. Wichtig ist, dass man daraus lernt."

Am Sonntagabend (22.30 Uhr) stand bei NDR, WDR, BR, SWR und Schweizer Fernsehen das Beste vom Deutschen Webvideopreis 2015 im Programm. (dpa/tc)