Keiner mag die Homuter-Gesellschaft

20.02.1981

ENGELBERG (sg) - Vor der Jahrestagung der Vereinigung für freies Unternehmertum (VfU), die kürzlich im Klosterdorf Engelberg abgehalten wurde, referierte der durch seine Publikationen bekannt gewordene Bremer Informatik-Professor und Berater des ehemaligen

Bundesforschungs-Ministers Hauff, Klaus Häfner, über "Chancen und Gefahren unserer informierten Gesellschaft".

Wie kaum anders zu erwarten, skizzierte er ein von ebenso vielen wie großen Zahlen umrahmtes Bild, in dem der Mensch als Informations-Konsument in einer wahren Informationslawine zu ertrinken droht. Wenigstens insofern, als er es nicht schafft, sich über den Weg der strengen Selektion der ihm wichtig erscheinenden Informationen vor derlei Unbilden zu schützen, denn dem Volumen des Informationsangebots, das sich alle sieben Jahre verdoppelt, ist auf andere Weise nicht mehr beizukommen.

Und Schuld daran ist nur der Computer, suggeriert der Referent; der Computer, der überhaupt erst eine solche Informationslawine auszulösen vermag, und der auch noch, was nach Häfner um die Mitte der 80er Jahre offenbar werden soll, viele Arbeitsplätze zerstören werde. Wenngleich die Hoffnung bestehe, daß eines Tages Mensch und Technik zu einem System integriert werden können.

Für dergleichen Integrationen, die Häfner mit der sprachlichen Neuschöpfung der " Homuter- Gesellschaft", einer Wortbildung aus Homo und Computer, bedachte, konnten sich aus begreiflichen Gründen die Anwesenden, mehrheitlich eher konservativ eingestellte Unternehmer, nicht sonderlich erwärmen. Desgleichen aber auch nicht für die andere Spielart einer zukünftigen Gesellschaft, die der Referent als "eine Festung, die mit harter Hand die Entstehung künstlicher Intelligenz abwehrt", umrissen hat - gemeint war hier der Computer.