Keine Entwarnung vom IT-Arbeitsmarkt

12.08.2009
Freie Stellen gehen im Juni kräftig zurück.

Zum ersten Mal ist die Zahl der freien IT-Jobs im Monat Juni gegenüber dem Vormonat um zweistellige Prozentwerte zurückgegangen. Die vom Berliner Marktforscher AnzeigenDaten.de ermittelten 10.375 Offerten aus 89 Zeitungen und 19 Online-Jobbörsen machten ein Minus von 15,4 Prozent gegenüber dem Monat Mai aus. Gegenüber dem Juni 2008 beträgt der Schwund sogar 41,7 Prozent.

Die meisten Jobs schreiben nach wie vor die Personalberater und -vermittler im Auftrag ihrer Kunden sowie die Zeitarbeitsfirmen aus. Auf sie entfallen über 50 Prozent aller Offerten. Allerdings mussten beide Branchen einen starken Rückgang hinnehmen. Bei den Beratern machte er 17,3 Prozent auf 2913 Offerten aus und bei den Zeitarbeitsfirmen sogar 21,4 Prozent auf 2754 freie Plätze. Dafür verlangsamte sich der Rückgang in der IT-Industrie, der im Vormonat zweistellig ausgefallen war. Jetzt beläuft er sich für Hardwarespezialisten auf 5,5 Prozent und für Softwerker auf 6,9 Prozent.

Weniger gute Nachrichten kommen aus Branchen, die sich bisher als recht stabil erwiesen und zumindest, wenn es um Ingenieure und IT-Fachkräfte ging, lautstark den Personalmangel beklagten. Zu nennen wären der Fahrzeugbau (-33,8 Prozent), die Berater (-20,9 Prozent) und der Maschinenbau (-19,2 Prozent). Ebenfalls eine Überraschung dürfte sein, dass sich auch der öffentliche Dienst in Zurückhaltung übt. Die Berliner Marktforscher registrieren bei Vater Staat 28,8 Prozent freie Jobs weniger.

Dagegen überraschen die Finanzdienstleister, die wieder verstärkt IT-Spezialisten einstellen. Die Banken schrieben 302 Stellen aus, was einem Zuwachs von 16,6 Prozent gegenüber dem Vormonat entspricht.

(hk)