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Kein Windows XP mehr für Itanium

05.01.2005
Microsoft bringt kein Windows XP mehr für Intels Itanium - kaum überraschend, nachdem alle Workstation-Anbieter auf x86-Prozessoren mit 64-Bit-Erweiterungen umgeschwenkt sind.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft wird sein aktuelles Desktop-Betriebssystem Windows XP nicht wie ursprünglich geplant in einer Version für Intels reine 64-Bit-Prozessorarchitektur Itanium 2 anbieten. Dieser Schritt kommt nur wenig überraschend, nachdem führende Hardware-Anbieter ihre Workstation-Linien auf Itanium-Basis eingestellt hatten.

"Es ist im Laufe des vergangenen Jahres immer offensichtlicher geworden, dass sich Itanium mehr und mehr in Richtung des Midrange- bis Highend-Server-Marktes und weg von Lowend-Servern und Desktops bewegt", kommentiert Insight64-Analyst Nathan Brookwood. Im Workstation-Bereich wird sich der Redmonder Konzern stattdessen auf x86-Prozessoren mit 64-Bit-Erweiterungen konzentrieren. Daran angepasste Windows-Varianten sollen nach mehreren Verzögerungen im ersten Halbjahr 2005 erscheinen.

"Microsoft glaubt, dass Windows für Itanium-basierende Systeme im Highend-Server-Markt ein stärkeres Angebot ist", erklärte eine Konzernsprecherin. "Was den Mainstream-Server- und Workstation-Markt angeht, gehen wir jedoch davon aus, dass wir die Bedürfnisse der Kunden am besten mit Windows Server 2003 Standard x64 Edition und Windows XP Professional x64 Edition erfüllen können." Mit x64 kennzeichnet der Hersteller Software für 32-Bit-Prozessoren mit 64-Bit-Erweiterungen wie AMDs Opteron und Intels Xeon.

Intel stimmt dem Sinneswandel zu. "Wir kennen Microsofts Pläne und stimmen mit ihren Prioritäten und Ausrichtung überein", sagte Intel-Sprecherin Erika Fields. "Der Workstation-Markt war nie ein Hauptfokus für den Itanium. Der Xeon mit 64-Bit-Fähigkeiten bietet im Workstation-Bereich wirklich das beste Preis-Leistungsverhältnis."

Hewlett-Packard hatte als letzter größere Anbieter von Itanium-basierenden Workstations den Verkauf dieser Systeme im September unter Berufung auf die Marktsituation letzten Jahres eingestellt. Verkauft hatte HP die Maschinen seit April 2003. Direktanbieter Dell hatte seine Itanium-Workstation schon vor HP abgekündigt. (tc)