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Wachstum und Verluste

Kein Kurswechsel bei Rocket Internet

17.11.2014
Die Aktie von Rocket Internet hat sich inzwischen von ihrem Debüt-Debakel an der Börse erholt. Die Startup-Fabrik sieht sich zur Vorlage aktueller Zahlen auf gutem Weg. Auf Gewinne müssen Investoren allerdings noch weiter warten.

Rasantes Wachstum und rote Zahlen: Die Berliner Startup-Schmiede Rocket Internet bleibt sich auch nach dem Börsengang treu. Im ersten Halbjahr 2014 verbuchten die zwölf wichtigsten Rocket-Beteiligungen nach wie vor operative Verluste, während sich die Umsätze zum Teil verdoppelten oder verdreifachten. Auch die Dachgesellschaft schrieb ein Minus von 13,26 Millionen Euro, wie Rocket Internet am Montag mitteilte (PDF-Link).

Das Geschäftsmodell von Rocket Internet ist es, Online-Unternehmen aufzubauen. Aktuell hat sind unter dem Dach der Berliner rund 50 solcher Firmen aktiv. Die Startups sollen von einer gemeinsamen Plattform profitieren, ihre Gründung ist wie am Fließband organisiert.

Oliver Samwer, CEO von Rocket Internet
Oliver Samwer, CEO von Rocket Internet
Foto: Rocket Internet

Rocket setzt dabei einen Schwerpunkt auf verschiedene Branchen des Online-Handels und Dienstleistungen. Im ersten Halbjahr wurden 62 Prozent der Erlöse im Bereich E-Commerce erwirtschaftet. Der Gesamtwert der Rocket-Beteiligungen sei seit dem Börsengang Anfang Oktober um 74 Millionen Euro auf rund 2,7 Milliarden Euro gestiegen, hieß es.

Die Rocket-Aktie war bei dem Börsengang zunächst deutlich unter den Ausgabepreis von 42,50 Euro gestürzt. Die Aktienplatzierung war am Ende zudem nur 1,4 Milliarden Euro schwer statt der angepeilten 1,6 Milliarden Euro, weil die organisierenden Banken auf den Kauf zusätzlicher Anteile im Rahmen der sogenannten Mehrzuteilgsoption verzichteten. Mittlerweile erholte sich das Papier deutlich und notierte am Montag bei 48 Euro.

Einige Experten sahen Rocket Internet mit dem Börsengang unter stärkerem Druck, die Beteiligungen schneller in die Gewinnzone zu bringen. Das Management verwies am Montag erneut darauf, dass es sechs bis neun Jahre dauern könne, bis ein Startup schwarze Zahlen schreibe.

Die Zentrale von Rocket Internet in Berlin
Die Zentrale von Rocket Internet in Berlin
Foto: Rocket Internet

Rocket wählte beim Börsengang das relativ lasch regulierte Börsensegment "Entry Standard", in dem Geschäftszahlen nur halbjährlich vorgelegt werden müssen. Diese Entscheidung war zum Teil kritisiert worden, das Unternehmen stellte einen Wechsel innerhalb von eineinhalb Jahren in Aussicht.

Zusammen mit den Halbjahreszahlen gab Rocket auch eine Kooperation mit Facebook (PDF-Link) bekannt. Die Vereinbarung mit dem welgrößten Online-Netzwerk solle sicherstellen, dass Rocket-Beteiligungen "Weltmarktführer bei Werbung auf Facebook" würden. Das Online-Netzwerk werde ihnen dafür unter anderem Zugang zu Tests neuer Werbe-Funktionen gewähren und die Mitarbeiter regelmäßig schulen. (dpa/tc)