Linux-Desktop überarbeitet

KDE 4.1 kommt mit neuem Gesicht

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Mit KDE 4.1 bringt das Open-Source-Projekt KDE eine überarbeitete Benutzeroberfläche und zahlreiche Tools für Linux-Anwender.

Zu den auffälligsten Neuerungen in KDE 4.1 gehört das Anwendungspaket KDE-PIM (Personal Information Management). Es umfasst unter anderem das E-Mail-Programm KMail, den Kalender KOrganizer, den RSS-Feedreader Akregator und KNode zum Lesen von Newsgroups. Die bereits mit KDE 4.0 eingeführte Arbeitsoberfläche Plasma habe inzwischen den Punkt erreicht, an dem sie die alte Oberfläche von KDE 3 für die meisten, "normalen" Benutzer ersetzten könne, teilt die Open-Source-Community mit (siehe auch KDE 4.0 im Test).

Der Personal Information Manager in KDE 4.1
Der Personal Information Manager in KDE 4.1

Nach Angaben von Dirk Müller, einer der Koordinatoren von KDE, flossen seit der Freigabe von KDE 4.0 rund 20.800 Quelltextänderungen in KDE 4.1 ein. Der Linux-Desktop offeriert jetzt beispielsweise das Videoabspielprogramm Dragon Player, den Hex-Editor Okteta und das Monitoring-Tool KSystemLog. Das Dateiverwaltungssystem Dolphin enthält eine Reihe zusätzlicher Funktionen, ebenso der Web-Browser Konqueror und der Bildbetrachter Gwenview. Mit der Arbeitsoberfläche Plasma können Benutzer auf einfache Weise Kontrol-Panels einrichten und anpassen.

Neben gängigen Linux-Distributionen wie Debian, Fedora, Mandriva oder OpenSUSE bastelt die KDE-Gemeinde an der Unterstützung weiterer Betriebsystemplattformen. So soll sich der Desktop künftig auch auf dem von Sun Microsystems stammenden Unix-Derivat OpenSolaris einsetzen lassen. Zudem ist eine Version für das Apple-System Mac OS X in Arbeit. "KDE on Mac" sei aber noch nicht bereit für den produktiven Einsatz, so die KDE-Initiatoren in einer offiziellen Ankündigung.

Das KDE-Projekt widmet KDE 4.1 dem Entwickler Uwe Thiem, der kürzlich an einem Nierenversagen starb. Die nächste Version KDE 4.2 soll im Januar 2009 verfügbar sein.