Mobiles Neuland

Kaum Ressourcen für Mobility-Management

Unternehmen betreten das mobile Neuland oft schlecht gerüstet.
Foto: Sergey Nivens, Fotolia.com

Enterprise-Mobility-Management, kurz: EMM, ist eine der neuen Aufgaben, denen sich die Unternehmens-IT heute stellen muss. Das sehen auch die Betroffenen so. "Es bestehen große faktische Zwänge, sich diesem Thema zu widmen", sagte jeder vierte Befragte in einer aktuellen Umfrage, die der IT-Dienstleister msg Services AG in Auftrag gegeben hat und für die 114 Unternehmen mit mehr als 50 Millionen Euro Jahresumsatz Rede und Antwort standen.

Beinahe jeder zweite Studienteilnehmer hält das unternehmensweite Management von mobilen Endgeräten für ein "Neuland mit vermutlich gefährlichen Stolperfallen". Und etwas mehr als einem Fünftel der Befragten stehen die eigentlichen Herausforderungen des EMM erst noch bevor.

Die zentralen Herausforderungen

Die Befragten sorgen sich besonders um Fragen der Sicherheit und der Integration in die zentrale IT. Wie msg Services erläutert, wiegen diese Herausforderungen umso schwerer, als es dafür in vielen Fällen noch keine klare Strategie gibt. Zudem fehle es oftmals an den richtigen internen Ressourcen.

Um Einsatzprinzipien und Management mobiler Endgeräte unternehmensweit nachzuhalten, bedarf es einer formulierten und allgemein verbindlichen Strategie. Doch hier liegt der Hase im Pfeffer: Von den Teilnehmern an der msg-Studie antwortet nur jeder Achte auf die Frage nach einer EMM-Strategie mit einem klaren Ja. In einem weiteren Fünftel der Unternehmen ist eine solche Strategie immerhin teilweise definiert. Mehr als zwei Drittel der Befragten sind jedoch allenfalls im Planungsstadium angekommen oder nicht einmal das.

EMM-Strategie: Gibt es eine definierte Strategie für das Enterprise-Mobility-Management? Angaben in Prozent, n = 114;
EMM-Strategie: Gibt es eine definierte Strategie für das Enterprise-Mobility-Management? Angaben in Prozent, n = 114;
Foto: msg Services AG

Unternehmen wurden kalt erwischt

"Dieses Ergebnis deckt sich mit unseren Beratungserfahrungen", erläutert Bernhard Allwang, Consultant bei msg Services. Er äußert aber Verständnis für das zögerliche Verhalten vieler Unternehmen: "Der Mobility-Trend hat sich sehr dynamisch entwickelt - und der IT relativ kurzfristig ein zusätzliches und sehr komplexes Aufgabenfeld zugewiesen." Auf die Schnelle hätten deshalb neue Kompetenzen aufgebaut, Prioritäten umdefiniert und Prozesse in der IT-Organisation verändert werden müssen. Da nimmt es eigentlich kaum Wunder, dass Anspruch und Realität noch weit auseinanderklaffen.

So wurden tatsächlich erst in jedem vierten Unternehmen die notwendigen fachlichen Ressourcen aufgebaut. Stattdessen plant fast die Hälfte der Befragten, die mit dem EMM verbundenen Herausforderungen zumindest teilweise mit externer Hilfe zu meistern.

EMM-Ressourcen: Halten Sie interne Ressourcen für das Enterprise-Mobility-Management vor? Angaben in Prozent, n = 114;
EMM-Ressourcen: Halten Sie interne Ressourcen für das Enterprise-Mobility-Management vor? Angaben in Prozent, n = 114;
Foto: msg Services AG

Kernproblem Device-Management

Diese Herausforderungen werden - neben der mobilen Sicherheit und der Integration in die IT-Infrastruktur - auch in der Bereitstellung von mobilen Anwendungen gesehen. Device-Management zählt für fast 60 Prozent der Befragten zu den Kernproblemen. Der Support für mobile User und die Entwicklung von Apps hingegen machen den Unternehmen wenig Sorgen. Ähnliches gilt für die Governance-Ausrichtung.