Mit RISC und Unix kommt Power auf den Schreibtisch

Kaum noch Unterschiede zwischen PC und Workstation

06.10.1989

Leistungmäßig gibt es kaum noch Unterschiede zwischen den beiden Rechnergenerationen Personal Computer und Workstation. Die Definition der beiden Geräteklassen besagte lange Zeit: Personal Computer basieren auf einem 80x86-Prozessor und sind als Single-User-Maschinen im Einsatz, Workstations hingegen haben meist einen Mikroprozessor des Typs 680x0 als CPU und sind als Multi-User-Systeme ausgelegt.

Während bei den PCs das Betriebssystem MS-DOS im Vordergrund steht, zeichnen sich die Workstations durch das Betriebssystem Unix aus. Lange Zeit wurden die PCs nur im kommerziellen Bereich, die Workstations im technischwissenschaftlichen Markt eingesetzt. Heute verschwimmen die Grenzen.

Seit der Ankündigung des neuesten Intel-Prozessors 80486 steht fest, daß die Personal Computer in Leistungsbereiche vorstoßen, die lange Zeit nur den Workstations vorbehalten waren. Computer mit dem 80486-Prozessor bieten Leistungen von 15 bis 25 Millionen Instruktionen pro Sekunde (MIPS).

Die gängigsten Workstations liegen heute im Bereich von 14 MIPS. Zur SYSTEMS, die vom 16. bis 20. Oktober 1989 in München stattfindet, werden die ersten Rechner mit den neuesten Prozessor gezeigt. Auch bei den traditionellen Workstations ist mit einem Leistungsschub in Richtung 20 MIPS zu rechnen.

Wie die PCs sind auch die Workstations derzeit kurz vor einem Leistungssprung. Dieser wird durch die relativ neue Prozessortechnologie RISC (Reduced Instruction Set Computer) erzielt werden; gerade im technisch-wissenschaftlichen Sektor werden verstärkt RISC-Systeme angeboten.

Während der RISC-Markt bei Workstations, rein von den Umsätzen her betrachtet, im vergangenen Jahr gerade zehn Prozent ausmachte, zeigen die Ankündigungen der letzten Monate, daß das Angebot an RISC-Rechnern immer größer wird. Für RISC-Systeme gibt es bereits ein breitgefächertes Softwareangebot. Das Betriebssystem Unix wird verstärkt auch im kommerziellen Bürobereich Anwendung finden.

Die SYSTEMS '89 zeigt, wohin der Trend bei Prozessoren, Betriebssystemen und der Software in den nächsten Jahren gehen wird.

Wie der Wegweiser zu lesen ist

Informationen über SYSTEMS-Exponate gibt es von vielen Quellen. Da wäre der offizielle Katalog der Messegesellschaft zu nennen; diese Angaben sind aber auch in den Ankündigungen der einzelnen Aussteller enthalten.

Und dann findet die SYSTEMS natürlich ausgiebig in den Sonderbeilagen der Tages-, Wirtschafts- und Fachpresse statt. Die üblichen Messe-Vorausberichte sehen so aus: je Aussteller ein Beitrag - dortselbst Berichterstattung über meist viele Produkte. Suchbegriff ist dann zwangsläufig der Firmenname, nicht das Produkt oder gar die Produktgruppe.

Im SYSTEMS-Wegweiser der COMPUTERWOCHE ist das anders. Wir haben den mühevollen Weg gewählt, Fragebogen an die Hersteller auszusenden um die Informationen möglichst vollständig zusammenzutragen. Aus den Antworten wurden Tabellen gebaut. Um in unserer Raster-Hierarchie ganz oben anzufangen: Zwei wurden es für die Hauptgruppen "Software" und "Hardware". Die vorige Ausgabe (CW Nr. 40 vom 29. September 1989), enthielt den Softwareteil mit den Produktgruppen "Kommerzielle Programme" (neutral), "Technischwissenschaftliche Programme", "Branchenprogramme", "Systemsoftware" sowie "Spezielle Software für PCs und Mikrocomputer". Der Hardware-Wegweiser in diesem Heft informiert über Systeme und Peripherie, DV-Dienstleistungen sowie Zubehör.

Bei einer derart umfangreichen Aufstellung war es nicht möglich, sämtliche Informationen, die wir von den Ausstellern erhalten haben, auf ihre Richtigkeit zu prüfen, was die Zuordnung nach Produktgruppen betrifft. Wir hoffen, daß sich die Zahl der "Irrläufer" in Grenzen hält.

Selbstverständlich können auch diese Tabellen nicht vollständig sein. Immerhin wurden alle Informationen verwertet, die der Redaktion schließlich vorlagen. Wer als Aussteller klagt, er sei nicht vertreten, frage sich, woran das gelegen haben mag.

Noch ein Wort zum Anwendungsnutzen, den der CW-Wegweiser bieten soll: Er ist ein Werkzeug für die Messeplanung. Doch nicht jeder fährt zur SYSTEMS. Dennoch interessiert auch die Daheimgebliebenen, was sich so auf dem Hardwaresektor tut und was ausgestellt wird.