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"WSJ"

Kaufinteressenten bieten Milliarden für Twitter

10.02.2011
Der Internet-Kurznachrichtendienst Twitter wird in Gesprächen mit Kaufinteressenten laut einem Zeitungsbericht mit bis zu zehn Milliarden Dollar bewertet.
Auf der Suche nach Umsatz: Twitter-CEO Dick Costolo
Auf der Suche nach Umsatz: Twitter-CEO Dick Costolo
Foto: Joi Ito via Flickr

Unter anderem Facebook und Google hätten bei Twitter zumindest vorgefühlt, berichtete das "Wall Street Journal" am Donnerstag. Die Gespräche seien jedoch bisher ergebnislos geblieben. Noch im Dezember hatte Twitter bei Investoren 200 Millionen Dollar auf Basis einer Bewertung von nur 3,7 Milliarden Dollar eingesammelt. Aktuell hat die Investment-Firma Andreessen Horowitz auf Sekundärmärkten für 80 Millionen Dollar Twitter-Aktien erworben, wie das zum "WSJ" gehörende Blog "All Things Digital" berichtet.

Bei Twitter kann man bis zu 140 Zeichen lange Nachrichten absetzen und den Mitteilungen anderer Nutzer folgen. Das 2006 gegründete Startup hat rund 200 Millionen registrierte Mitglieder, wobei unklar ist, wie viele von ihnen den Dienst tatsächlich aktiv nutzen (im deutschsprachigen Raum gibt es rund 460.000 aktive Twitter-Nutzer - folgen Sie eigentlich schon @COMPUTERWOCHE?).

Twitter tat sich bisher schwer, ein tragfähiges Geschäftsmodell zu finden. Eine Überfrachtung mit Werbung lehnten die Gründer von Anfang an ab - aus Angst, die Nutzer zu verschrecken. Unter dem neuen Chef Dick Costolo wagt sich die Firma stärker ins Werbegeschäft vor, unter anderem mit bezahlten Tweets.

Nach Informationen der Zeitung erzielte Twitter im vergangenen Jahr einen Umsatz von 45 Millionen Dollar. Wegen des Ausbaus der Mitarbeiterzahl und der Technik-Infrastruktur habe es einen Verlust gegeben. Für dieses Jahr rechne das Unternehmen mit Erlösen zwischen 100 und 110 Millionen Dollar. Inzwischen habe Twitter mehr als 350 Mitarbeiter.

Die Bewertungen von Internet-Unternehmen schnellten zuletzt stark in die Höhe. So lockte das weltgrößte Online-Netzwerk Facebook Investoren-Gelder zu einem Firmenwert von 50 Milliarden Dollar an. Der Schnäppchen-Dienst Groupon schlug ein sechs Milliarden Dollar schweres Kaufangebot von Google aus und wird inzwischen mit 15 Milliarden Dollar bewertet. (dpa/tc)