ZEW-Umfrage:

Katerstimmung unter IT-Dienstleistern

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Geschäftslage und Aussichten unter den deutschen IT-Service-Providern haben sich enorm verschlechtert. Der ZEW-Index fällt auf historischen Tiefstand.

Die Skepsis der deutschen IT-Dienstleister über die künftige Geschäftsentwicklung wächst. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim hat in seiner vierteljährlichen Umfrage den niedrigsten Stimmungsindikator seit Start der Erhebung im vierten Quartal 2003 ermittelt. Der ZEW IDI, Stimmungsindikator für den Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft, der sowohl die ITK-Dienstleister als auch die wissensintensiven Dienstleister wie Architekten, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater umfasst, fällt im dritten Quartal 2008 auf 52,3 Punkte.

Besonders deutlich ist der Stimmungsindikator für die Teilbranche der ITK-Dienstleister gefallen. Er sackte im dritten Quartal 2008 auf nur noch 46,9 Punkte ab. Im zweiten Quartal 2008 belief er sich noch auf 62,4 Punkte. Damit liegt der Index unter dem kritischen Wert von 50 Punkten, was auf eine Verschlechterung der konjunkturellen Stimmung im Vergleich zum Vorquartal hinweist. "Die derzeit eher verhaltene Stimmung bei den ITK-Dienstleistern wird vor allem durch den Umsatzrückgang und die geringere Nachfrage in dieser Teilbranche verursacht." sagt Jenny Meyer, Wissenschaftlerin am ZEW. Die ITK-Anbieter schätzen sowohl ihre Geschäftslage als auch die Erwartung im Vergleich zum letzten Quartal deutlich schlechter ein.

Nicht ganz so pessimistisch erachten die wissensintensiven Dienstleistern, also Unternehmen der Branchen Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung, Architekturbüros, technische Beratung und Planung, Forschung und Entwicklung und Werbung, ihre Lage und Aussicht. Hier hat sich im dritten Quartal 2008 die Stimmung nur leicht eingetrübt. Der Indikator für die Unternehmen sank im Vergleich zum zweiten Quartal 2008 um 6,3 Punkte auf 61,4 Punkte. (Siehe auch Optimismus der IT-Servicebranche lässt nach )