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Kaspersky Lab hat allerhand in der Pipeline

11.12.2006
Die Moskauer Security-Softwarefirma Kasperky Lab gewährte europäischen und US-amerikanischen Journalisten und Analysten in der vergangenen Woche Einblick in ihr Allerheiligstes und in ihre Roadmap.
Familienunternehmen: Natalya ist für das Business zuständig, Eugene jagt die Viren.
Familienunternehmen: Natalya ist für das Business zuständig, Eugene jagt die Viren.

Was letztere betrifft, dürfen sich die Anwender auch in Unternehmen auf interessante Neuheiten der russischen Softwareschmiede freuen, die inzwischen gut 650 Mitarbeiter weltweit beschäftigt (davon etwa 480 in der Zentrale und 50 in der für die DACH-Region zuständigen Niederlassung in Ingolstadt) und 60 Millionen Dollar jährlich umsetzt.

Die nächste Generation seiner Produkte entwickelt Kaspersky Lab unter der Dachmarke "Open Space Security". Dieser Name soll zum Ausdruck bringen, dass in Zeiten allgegenwärtiger Vernetzung von zunehmend mobilen Geräten auch ganz neue Sicherheitsansätze gelten müssen. Details zu Open Space blieben der oberste Virenforscher Jewgenij "Eugene" Kaspersky und seine Kollegen indes noch schuldig. Nur so viel sei gesagt: Die Lösungen sollen in wenigen überschaubaren "Blueprints" für beispielhafte Anwenderszenarios gegliedert sein, auch für größere Unternehmen skalieren und unter einem radikal einfachen Preis- und Lizenzmodell angeboten werden.

Eher überraschend erfuhr man zudem, dass Kaspersky in Russland bereits gehostete Security-Dienste anbietet - zunächst einmal "mailDefend" im Stile von Messagelabs, Postini und Co. Dieser Service wird im ersten Quartal 2007 auch nach Europa ausgerollt, im zweiten Quartal sollen dann weitere MSS (Managed Security Services) für Web-Traffic ("webDefend") und Instant Messaging ("imDefend") folgen.

Ein weiteres Produkt dürfte viele Unternehmen interessieren, die durch wachsende Auflagen unter immer stärkerem Compliance-Druck stehen. "Infowatch" wurde dazu schon vor einigen Jahren in die gleichnamige Tochterfirma ausgelagert und widmet sich dem Thema "Der Feind im Inneren". Kaspersky respektive Infowatch liefert hier eine ILD&P-Lösung (Information Leak Detection & Prevention) zur Vermeidung von Datenklau durch Insider an.

Diese umfasst Komponenten zur Überwachung von Netzlast, Netz und Datenbanken und soll im Februar auch in Deutschland starten. Infowatch ist allerdings sehr beratungsintensiv (Consulting zu Produkt geschätzt 90:10) und zielt nur auf Großunternehmen. In Russland wird es unter anderem von Lukoil, dem Mobilfunkriesen Beeline, dem Zoll, der Bahn und verschiedenen Ministerien eingesetzt. (tc)