"Germany's Gold"

Kartellamt hat Bedenken gegen Online-Plattform von ARD und ZDF

11.03.2013
Die geplante Online-Plattform von ARD und ZDF mit Filmen, Serien und Dokumentationen stößt auf Bedenken des Bundeskartellamtes.
Dienstgebäude des Bundeskartellamts in Bonn
Dienstgebäude des Bundeskartellamts in Bonn
Foto: Bundeskartellamt

Das digitale Angebot "Germany's Gold" hätte in der bisherigen Planung zur Folge, dass die Preise und Auswahl der Videos miteinander koordiniert würden, teilte das Bundeskartellamt am Montag in Bonn mit. Dabei lägen die kartellrechtlichen Probleme auf der Hand.

Zudem seien die Mediathek und die Produktion der Inhalte gebührenfinanziert und verursachten bereits deshalb eine erhebliche Verfälschung des Wettbewerbs auf dem Video-On-Demand-Markt, argumentierte die Behörde weiter. Auch sei zu befürchten, dass alternative Plattformen keinen oder nur begrenzten Zugang zu den Videos erhielten. Noch weitergehende Beschränkungen des Wettbewerbs durch kommerzielle Töchter der Rundfunkanstalten könnten nicht hingenommen werden.

Beim Betrieb einer technischen Plattform dagegen sieht das Bundeskartellamt keine wettbewerblichen Probleme. Das würde bedeuten, dass etwa ARD und ZDF den Nutzern ihre Produkte ohne Absprache von Inhalt und Preis anböten. Dann wäre natürlich auch ein Angebot anderer Anbieter über die Plattform denkbar.

Die Gründung von "Germany's Gold" war im April 2012 bekanntgegeben worden. Dieser hatte das Bundeskartellamt in einem Fusionskontrollverfahren zugestimmt. Nach Darstellung der Öffentlich-Rechtlichen Sender ist es Ziel des Videoangebots, im Archiv 60 Jahre deutsche Fernsehgeschichte und nationale wie internationale Kinoerfolge verfügbar zu machen. Dazu gehören Fernsehproduktionen wie Dokumentationen, Ratgebersendungen, TV-Movies, Serien, Kinder- und Jugendprogramme, Unterhaltungsshows sowie Spielfilme. Die Plattform soll sich sowohl durch Abrufentgelte als auch durch Werbung finanzieren.

Ein ähnliches, werbefinanziertes Gemeinschaftsvorhaben von ProSiebenSat.1 und RTL wurde von der Behörde mit dem Hinweis zurückgewiesen, dass die beiden TV-Konzerne bereits jetzt den Löwenanteil des Werbeumsatzes in Deutschland generierten. (dpa/tc)